Im Hochtaunuskreis hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Westhessen am Mittwoch, 15. Juli 2026, drei Männer festgenommen, die sich als Polizeibeamte ausgegeben und ältere Menschen betrogen haben sollen. Die Tatverdächtigen sind 19, 21 und 22 Jahre alt.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden gaben sich bislang unbekannte Täter gegenüber einem 65-jährigen Mann aus dem Hochtaunuskreis als Polizeibeamte aus und forderten ihn auf, seine Wertgegenstände auszuhändigen. Bei der geplanten Abholung der Gegenstände konnten Zivilbeamte der Polizei zwei der Tatverdächtigen festnehmen: einen 19-jährigen Deutschen und einen 22-jährigen deutsch-marokkanischen Staatsangehörigen. Der 19-Jährige leistete dabei Widerstand. Ein Polizeibeamter gab daraufhin einen Schuss in den Boden ab – niemand wurde dabei verletzt. Bei der Festnahme wurde ein weiterer Beamter verletzt und musste ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden.
In einem zweiten Fall bemerkte ein 61-jähriger Geschädigter aus dem Hochtaunuskreis die Betrugsmethode rechtzeitig und verständigte die Polizei. Bei einer fingierten Abholung nahmen die Beamten daraufhin einen 21-jährigen Deutschen fest.
Alle drei Beschuldigten sollen noch am selben Tag vor einen Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der über ihre Untersuchungshaft entscheiden wird. Den Tatverdächtigen wird banden- und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Sie sollen innerhalb einer Bandenstruktur als sogenannte Abholer tätig gewesen sein – also diejenigen, die die erschwinderten Wertgegenstände bei den Opfern abholen.
Die Polizei warnt ausdrücklich: Die Behörden werden niemals Wertsachen abholen oder sichern wollen, weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft oder andere Behörden. Bei verdächtigen Telefonanrufen sollten Angerufene sofort auflegen. Die Betrüger nutzen geschickte Gesprächsführung, um ihre Opfer dazu zu bringen, Bargeld oder hochwertige Wertgegenstände an unbekannte Personen zu übergeben. Weitere Informationen zum Schutz vor solchen Betrügereien gibt es unter www.polizei-beratung.de.
Seit 2025 bündelt die Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main ihre Ermittlungen gegen international agierende Tätergruppierungen aus dem Bereich der organisierten Kriminalität in enger Zusammenarbeit mit der hessischen Polizei und ausländischen Partnerbehörden. Die Eingreifreserve, gegründet im April 2000, konzentriert sich unter anderem auf Fälle organisierter Kriminalität, bandenmäßige Straftaten und Wirtschaftskriminalität.