Drei Festnahmen bei Schockanruf-Betrug in Hadamar

(Symbolbild)

In Hadamar hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Westhessen am Dienstag, 20. Oktober 2026, drei Tatverdächtige festgenommen. Den drei Männern im Alter von 22, 53 und 54 Jahren wird vorgeworfen, an einem sogenannten Schockanruf-Betrug beteiligt gewesen zu sein. Sie sollen banden- und gewerbsmäßig Betrug begangen haben.

Auslöser war ein Anruf gegen 16:50 Uhr bei einer 73-jährigen Frau aus Hadamar. Eine unbekannte Frau gab sich als Polizeibeamtin aus und täuschte der Seniorin vor, dass ihre Tochter eine Person angefahren habe. Um eine Inhaftierung abzuwenden, solle sie eine Kaution zahlen. In dem Gespräch erkundigte sich die vermeintliche Polizeibeamtin auch nach Wertgegenständen und gab vor, diese zeitnah abholen zu lassen.

Der Sohn der Geschädigten durchschaute die Betrugsmasche und meldete den Fall der Polizeistation Limburg. Im Rahmen einer kontrollierten fingierten Übergabe eines präparierten Stoffbeutels konnten zwei der Tatverdächtigen vor Ort festgenommen werden. Der dritte Beschuldigte flüchtete zunächst mit dem Tatfahrzeug, wurde aber nach einer kurzen Verfolgung gestellt und festgenommen.

Die drei Männer werden dem Haftrichter am Amtsgericht Limburg an der Lahn vorgeführt. Dieser entscheidet über die Anordnung von Untersuchungshaft.

Nach Ermittlungserkenntnissen werden Schockanrufe bundesweit von international organisierten Tätergruppierungen betrieben. Die Täter kontaktieren überwiegend ältere Menschen telefonisch und spielen ihnen Notlagen vor. Sie geben sich nicht nur als nahe Angehörige in Bedrängnis aus, sondern täuschen auch vor, staatliche Institutionen wie Polizei oder Staatsanwaltschaften zu vertreten. Den Opfern werden häufig sehr kurze Zeitfenster für die Erfüllung der Forderungen gesetzt – mitunter verstreichen weniger als 60 Minuten zwischen dem ersten Anruf und der Geldübergabe. Neben erheblichen finanziellen Schäden verursachen diese Anrufe bei den betroffenen, meist älteren Menschen schwerwiegende emotionale Beeinträchtigungen.

So schützen Sie sich vor Schockanrufen

Die Polizei wird niemals Bargeld oder Wertgegenstände bei Ihnen abholen oder zur Sicherung entgegennehmen. Auch Staatsanwaltschaften oder andere Behörden fordern Sie nicht telefonisch auf, Geld, Schmuck oder Wertgegenstände zur Abholung bereitzulegen oder an unbekannte Personen zu übergeben. Beenden Sie das Gespräch sofort, wenn sich jemand als Polizeibeamter ausgibt und nach persönlichen Daten, Vermögenswerten oder anderen sensiblen Informationen fragt. Vergewissern Sie sich anschließend selbst, ob der Anruf echt war. Wählen Sie hierzu selbst die Rufnummer Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder im Verdachtsfall den Notruf 110. Nutzen Sie ausschließlich eine Telefonnummer, die Sie selbst gewählt oder recherchiert haben. Legen Sie selbst auf und beenden Sie das Gespräch aktiv, bevor Sie die Polizei zurückrufen. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die anrufende Person die Verbindung bereits unterbrochen hat. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und geben Sie am Telefon keine Auskünfte über Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände. Übergeben Sie niemals Vermögenswerte an unbekannte Personen.


Betrugsfälle im Landkreis Limburg-Weilburg: der Vergleich mit Land und Bund

Im Landkreis Limburg-Weilburg zählte die Polizei 2025 1.185 Betrugsfälle, das sind 682 auf 100.000 Einwohner. Damit steht unser Kreis besser als im Landesschnitt, wo 783 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Bundesweit sind es 770.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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