Ein Firmeninhaber in Mietingen hätte am Mittwoch fast auf eine unseriöse Handwerkertruppe hereingefallen. Gegen 12 Uhr bot ein 54-Jähriger Asphaltierungsarbeiten im Hofraum der Firma an – für rund 30 Euro pro Quadratmeter. Der Unternehmer stimmte den kleineren Ausbesserungsarbeiten zu, und die Arbeiter legten sofort los. Doch ein zufällig anwesender Bekannter wurde misstrauisch und verständigte die Polizei.
Das bekam der Kolonnenführer mit und verließ fluchtartig mit seinen Leuten die Örtlichkeit. Die sofort eingeleitete Fahndung führte zum Erfolg: Der Lkw mit ausländischer Zulassung wurde noch auf der Hauptstraße fahrend angetroffen. Darin befanden sich der 54-jährige Vorarbeiter und ein 56-jähriger Helfer – beide stammen aus dem osteuropäischen Raum.
Bei einer Überprüfung durch den Verkehrsdienst Laupheim offenbarte sich das Ausmaß der Mängel: Der Lkw mit irischer Zulassung befand sich in einem äußerst desolaten Zustand. Mehrere Quertraversen waren gebrochen, die Flanke des linken Vorderrades mehrfach eingeschnitten, und der Aufbau war an mehreren Stellen komplett durchgebrochen. Die Fahrt war sofort beendet – der Lkw durfte nicht mehr weiterfahren. Die Fahrzeugschlüssel wurden einbehalten, ein Transport ins Heimatland ist nur auf einem Tieflader zulässig.
Der Firmeninhaber hatte zum Glück keine Zahlungen geleistet und blieb ohne Schaden. Die Polizei weist darauf hin, dass Wanderarbeiter solche Leistungen oft nicht fachgerecht ausführen und Gewährleistungsansprüche im Nachgang nicht durchgesetzt werden können. Nicht selten wird nach der Fertigstellung ein höherer Preis verlangt als vereinbart.
Die Polizei vermutet, dass die Personen möglicherweise noch an anderen Orten im Raum Laupheim und Biberach aufgetreten sind. Mögliche Geschädigte können sich bei der örtlich zuständigen Polizei melden. Die Behörde rät: Derartige Angebote vorab genauestens prüfen und im Zweifelsfall nicht darauf eingehen.