EU-Kommission meldet 55 Prozent Rückgang bei illegaler Migration

via dts Nachrichtenagentur

Die illegale Migration in die Europäische Union ist in den vergangenen zwei Jahren um 55 Prozent zurückgegangen. Dies gab EU-Migrationskommissar Magnus Brunner gegenüber der Funke-Mediengruppe bekannt. Nach Angaben der EU-Kommission ist die Zahl der irregulär eingereisten Schutzsuchenden, die nach Europa kommen, um mehr als die Hälfte gesunken.

Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang auf bestimmten Migrationswegen. „Auf manchen Routen, wie über den Westbalkan, sogar um 90 Prozent in drei Jahren“, erklärte Brunner. Aktuelle Zahlen belegen auch einen starken Rückgang auf der Route von der Türkei zu den griechischen Ägäischen Inseln: „Ganz frisch haben wir registriert: In den ersten vier Monaten in diesem Jahr ist die illegale Migration von der Türkei auf die Ägäischen Inseln in Griechenland im Vergleich zu den ersten vier Monaten im vergangenen Jahr um 67 Prozent zurückgegangen“, sagte der Migrationskommissar.

Gleichzeitig ist die Zahl der Rückführungen abgelehnter Asylsuchender aus der EU in ihre Herkunftsländer gestiegen – von 21 auf knapp 30 Prozent im vergangenen Jahr. Brunner bewertete diese Entwicklung jedoch als unzureichend: „Das ist aber noch viel zu wenig.“

Am 12. Juni tritt das gemeinsame europäische Asylsystem (GEAS) in Kraft. Die Reform zielt vor allem darauf ab, die illegale Migration in die Europäische Union einzudämmen sowie Asylverfahren zu beschleunigen und zu vereinheitlichen. Künftig sollen Asylverfahren vor allem von Menschen mit einer geringen Bleibeperspektive in Zentren an den Außengrenzen der Europäischen Union durchgeführt werden. „Deutschland ist Vorreiter bei der Umsetzung der Reformen“, lobte Migrationskommissar Brunner.

Kritik an der neuen Reform kommt von Flüchtlingsorganisationen und Migrationsforschern. Sie sehen die Gefahr, dass durch die neue Reform das Asylrecht ausgehöhlt werde und die Menschenrechte missachtet würden.

» Weitere internationale News