Die EU-Kommission hat eine eingehende Untersuchung der geplanten Übernahme der Media-Markt-Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD eingeleitet. Die Brüsseler Behörde teilte am Donnerstag mit, dass sie Bedenken zu dem Deal angemeldet habe.
Der Grund für die Prüfung liegt in dem Verdacht, dass JD möglicherweise drittstaatliche Subventionen erhalten haben könnte, die den EU-Binnenmarkt verzerren. Zu diesen Subventionen gehören nach Angaben der Kommission Finanzierungen zu Vorzugsbedingungen, Steueranreize und Zuschüsse, die von Akteuren gewährt wurden oder werden, die möglicherweise dem chinesischen Staat zuzurechnen sind.
Die EU-Kommission befürchtet insbesondere, dass die mutmaßlichen drittstaatlichen Subventionen JD unter Umständen in die Lage versetzt haben könnten, Bedingungen anzubieten, die die Verhandlungen zur Übernahme von Ceconomy verzerrt haben. Zusätzlich bestehen Bedenken, dass das Vorhaben das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen dazu befähigen könnte, Investitions- und Geschäftsstrategien zu verfolgen, die sich auf die Wettbewerbsbedingungen im EU-Binnenmarkt auswirken.
Grundlage für das Verfahren ist die Verordnung über drittstaatliche Subventionen, die seit Juli 2023 in Kraft ist. Sie ermöglicht es der Kommission, Verzerrungen durch solche Subventionen zu untersuchen. Unternehmen sind verpflichtet, Zusammenschlüsse zu melden, wenn sie bestimmte Umsatz- und Subventionsgrenzen überschreiten. Die Kommission hat nun bis zum 2. Oktober 2026 Zeit, einen Beschluss zu fassen. Das eingeleitete Prüfverfahren werde „ergebnisoffen“ geführt.