Die EU-Kommission plant ein europaweites Elektrifizierungsziel, das festlegen soll, wie stark Verkehr, Gebäude und Industrie künftig mit Strom statt mit Öl-, Gas- oder Kohleenergie betrieben werden. Der entsprechende Aktionsplan zur Elektrifizierung soll kommende Woche offiziell vorgestellt werden.
Hintergrund des Plans ist Europas hohe Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Mit dem neuen Ziel will die Kommission den Einbau von Wärmepumpen beschleunigen und den Absatz von Elektroautos ankurbeln. Anders als zunächst diskutiert wird es jedoch keine länderspezifischen Ziele geben – das Elektrifizierungsziel soll also für alle EU-Staaten gleich ausfallen.
Derzeit macht Strom nur gut 23 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Der Großteil der europäischen Wirtschaft läuft überwiegend mit fossiler Energie. Um die Industrie schneller auf Stromversorgung umzustellen, sollen die Mitgliedstaaten einen größeren Teil ihrer Einnahmen aus dem Emissionshandel für die Dekarbonisierung ausgeben – also für die Reduzierung von CO₂-Emissionen.
Zusätzlich plant die Kommission eine Neuregelung bei den Emissionszertifikaten. Die kostenlose Zuteilung dieser Zertifikate an Unternehmen soll künftig an eine Investitionspflicht geknüpft werden. Betriebe müssen dann nachweisen, dass sie Geld in die Umwandlung ihrer Anlagen investieren – einschließlich der Elektrifizierung.
Autor: dts Nachrichtenagentur