Die Dürresituation in Niedersachsen zeigt ein dramatisches Bild: Während der Nordwesten des Landes noch ausreichend Bodenfeuchte aufweist, leiden der Harz und das südliche Weserbergland unter außergewöhnlicher Trockenheit. Der UFZ Dürremonitor vom 9. Mai 2026 verdeutlicht die extremen regionalen Unterschiede bei der Bodenfeuchtigkeit.

Besonders kritisch ist die Lage in den Landkreisen Göttingen, Northeim und Goslar. Hier zeigen sich die tiefsten Rottöne der Karte, die eine außergewöhnliche Dürre signalisieren. Auch Teile der Region Hannover und des Weserberglandes sind stark von Trockenheit betroffen. Im Gegensatz dazu präsentiert sich die Küstenregion von Ostfriesland bis zur Elbe in gesättigtem Gelb – ein Zeichen für noch ausreichende Bodenfeuchtigkeit. Die Lüneburger Heide liegt in einem Übergangsbereich mit mäßiger Trockenheit.
Die Wetterdaten der letzten Woche zeigen mit 23,2 mm Niederschlag durchaus nennenswerte Regenmengen für Niedersachsen. Auch die kommenden drei Tage versprechen weitere 10,7 mm Niederschlag bei milden Temperaturen um 11,8°C. Diese kurzfristigen Niederschläge können jedoch die Dürresituation in den tieferen Bodenschichten nicht sofort verbessern. Der Boden ist in den betroffenen Gebieten so stark ausgetrocknet, dass oberflächlicher Regen zunächst nur die oberen Zentimeter erreicht, während die für Pflanzen wichtigen tieferen Schichten weiterhin unter Wassermangel leiden.
Für die Landwirtschaft bedeutet die aktuelle Situation eine ernste Herausforderung. Besonders im südlichen Niedersachsen müssen Landwirte mit Ertragseinbußen bei Getreide und anderen Feldfrüchten rechnen. Die Forstwirtschaft im Harz steht bereits unter enormem Stress, da die Bäume durch die anhaltende Trockenheit anfälliger für Schädlinge und Krankheiten werden. Auch die Wasserversorgung in den betroffenen Regionen könnte bei anhaltender Trockenheit unter Druck geraten.
Den aktuellen Wetterbericht für Niedersachsen finden Sie hier.