Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat gemeinsam mit dem Hessischen Landeskriminalamt und dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main zwei dringend Tatverdächtige wegen versuchten banden- und gewerbsmäßigen Betruges in Rumänien festnehmen lassen. Ein 39-jähriger Deutscher aus Offenbach wurde am Donnerstag aus Bukarest nach Deutschland überstellt; eine 39-jährige Frau, ebenfalls aus Offenbach, folgte im selben Zug. Beide sollen am Freitag dem Ermittlungsrichter in Hanau vorgeführt werden.
Die beiden Festgenommenen werden verdächtigt, als sogenannte „Keiler“ in einer international organisierten Gruppierung tätig gewesen zu sein. In dieser Rolle führten sie den ersten Kontakt mit potenziellen Betrugsopfern, gaben vor, eine Notsituation zu schaffen, und gaben sich etwa als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus, um Geschädigte zur Herausgabe von Wertsachen zu bewegen.
Nach bisherigen Ermittlungen soll der 39-jährige Mann zwischen dem 11. und 17. Februar 2026 in 14 Fällen potenzielle Opfer in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Bayern angerufen haben – vier Mal zusammen mit einem 33-jährigen Deutschen aus Hanau, der sich bereits seit dem 10. Mai 2026 in Untersuchungshaft befindet, und ein Mal zusammen mit der 39-jährigen Frau. In sämtlichen Anrufen gab sich der Mann als Verkehrspolizist aus und suggerierte den Opfern, ein Angehöriger habe einen Verkehrsunfall verursacht. Er behauptete zudem, dass nur eine Kaution eine drohende Untersuchungshaft abwenden könne. Seine beiden Mittäter hätten sich dann als nahe Angehörige des jeweiligen Opfers ausgegeben, um die Täuschung zu verstärken.
Zu einer erfolgreichen Betrugsvollendung kam es nach den bisherigen Ermittlungen in keinem dieser 14 Fälle. Entweder gaben die Verdächtigen auf, weil sie bemerkten, dass ihre Opfer mittellos waren, oder die Geschädigten durchschauten den Betrugsversuch.
Der Ermittlungsrichter wird entscheiden, ob gegen die beiden nun Festgenommenen Untersuchungshaft angeordnet wird. Die Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main setzt ihren Kampf gegen Betrugsbanden fort, die sich auf Enkeltrickbetrüger, Schockanrufer und falsche Polizeibeamte spezialisieren. Seit 2025 bündelt sie ihre Ermittlungen gegen solche international agierenden Tätergruppen aus der organisierten Kriminalität in enger Zusammenarbeit mit der hessischen Polizei und ausländischen Partnerdienststellen.
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