Nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei Braunschweig eine Betrügerbande gefasst, die sich als falsche Polizeibeamte ausgab und Autofahrer auf Autobahnen um mehr als 50.000 Euro brachte. Am Sonntag nahmen die Beamten drei Personen fest – zwei Männer kamen in Untersuchungshaft.
Seit November 2025 hatte die Autobahnpolizei eine Häufung von Betrugsfällen festgestellt. Die Täter gingen dabei immer nach dem gleichen Muster vor: Sie gaben sich als zivile Polizisten aus und fingierten Verkehrskontrollen auf Autobahnparkplätzen oder -raststätten. Bei den vorgetäuschten Kontrollen fragten sie die Autofahrer nach Bargeld und Betäubungsmitteln. Sobald die Opfer Bargeld aushändigten, flüchteten die falschen Beamten mit der Beute.
Die Ermittlungen der eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe „Straßencops“ ergaben, dass eine Tätergruppe überörtlich agierte. Das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig umfasst Taten aus dem gesamten Bundesgebiet und mehreren Bundesländern. Die Ermittler gehen von bandenmäßigem Betrug, Amtsanmaßung und der Bildung einer kriminellen Vereinigung aus.
Bei Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Festnahmen stellten die Beamten Bargeld, Waffen, Betäubungsmittel und Utensilien sicher, mit denen sich die Täter als Polizei ausgaben. Gegen die beiden festgenommenen Männer erließ ein Richter Haftbefehl. Die ebenfalls festgenommene Frau kam wieder frei.
„Durch die engagierte Arbeit in der Ermittlungsgruppe konnten langfristig bestehende kriminelle Strukturen aufgedeckt werden, die in hohem Maße sozialschädlich wirkten und bei den Geschädigten der begangenen Straftaten das Vertrauen in die Polizei gefährdeten“, erklärte Franz Mahncke, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes. „Es ist daher in vielerlei Hinsicht erfreulich, dass durch den Ermittlungserfolg diese Tatserie beendet wurde.“
Die Ermittlungen dauern noch an. Die Polizei geht davon aus, dass die Bande für weitere ähnliche Fälle verantwortlich sein könnte.