Eine Familienfeier an der Schneidemühler Straße im Münsteraner Stadtteil Coerde ist am Samstagnachmittag in Gewalt umgeschlagen. Gegen 12:40 Uhr meldete eine Zeugin der Polizei eine körperliche Auseinandersetzung mit etwa 30 Beteiligten vor einem Gemeindehaus. Als die Beamten eintrafen, versuchten sie zunächst, die aggressivsten Personen räumlich zu trennen und die Situation zu beruhigen.
Im weiteren Verlauf des Einsatzes stellte sich heraus, dass ein 32-jähriger Mann kosovarischer Staatsangehörigkeit andere Personen mit einem Messer bedroht haben soll. Die Polizisten trafen den Beschuldigten im Gemeindehaus nicht an, fanden dort jedoch ein Messer im Eingangsbereich vor und stellten es sicher.
Die Lage verschärfte sich bei der anschließenden Sachverhaltsaufnahme erheblich. Ein 26-Jähriger mit serbischer Staatsangehörigkeit fiel durch aggressives Verhalten gegenüber den Polizisten auf und wurde daraufhin in Gewahrsam genommen. Der Mann leistete dabei erheblichen Widerstand. Gleichzeitig versuchten weitere Personen, durch körperliche Übergriffe auf die Beamten die Festnahme zu verhindern. Ein 30-jähriger Mann mit serbischer Staatsangehörigkeit griff die Polizisten an, um seinen 26-jährigen Bekannten zu befreien.
Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, setzten die Beamten ein Distanzelektroimpulsgerät (DEIG) gegen den 26-Jährigen und den 30-Jährigen sowie gegen einen weiteren, bislang unbekannten Täter ein. Mit Unterstützung weiterer Polizeikräfte stellten die Beamten anschließend die Identität aller Beteiligten fest und sprachen Platzverweise aus. Der 26-Jährige und der 30-Jährige wurden ins Polizeigewahrsam gebracht.
Bei den Auseinandersetzungen wurden eine unbekannte Anzahl von Personen leicht verletzt. Auch vier Polizeikräfte sowie die beiden festgenommenen Männer trugen leichte Verletzungen davon.
Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 26-Jährigen und den 30-Jährigen Ermittlungen wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch eingeleitet. Der 30-Jährige muss sich zusätzlich wegen Widerstand gegen Polizeikräfte und Gefangenenbefreiung verantworten. Gegen den 32-Jährigen, der nicht am Einsatzort angetroffen wurde, wird wegen Bedrohung ermittelt.