Feuerwehr Dresden am 1. Mai stark gefordert: 19 Brandeinsätze, Barrikaden und ein Toter

© Roland Halkasch Löschfahrzeuge der Wache Altstadt stehen an der Einsatzstelle.

Dresden – Der 1. Mai hat der Dresdner Feuerwehr alles andere als einen ruhigen Feiertag beschert. Während das Einsatzaufkommen tagsüber noch vergleichsweise gering war, stiegen die Einsatzzahlen nach Einbruch der Dunkelheit deutlich an. Insgesamt rückte die Feuerwehr zu 19 Brandeinsätzen und 19 Hilfeleistungen aus, hinzu kam ein Fehlalarm durch eine automatische Brandmeldeanlage.

Bereits am frühen Abend um 17:24 Uhr wurden Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache Striesen auf die Franz-Mehring-Straße alarmiert, wo eine Papiertonne brannte. Unmittelbar danach ging es weiter zum Reichenauer Weg, wo ebenfalls eine Papiertonne in Flammen stand. In beiden Fällen konnten die Brände mit einem Strahlrohr schnell gelöscht und eine Ausbreitung verhindert werden.

Ein Schwerpunkt des Einsatzgeschehens lag in der Dresdner Neustadt. Dort hatten sich mehrere Personengruppen formiert, die Barrikaden errichteten und diese in Brand setzten. Darüber hinaus kam es zu zahlreichen Mülltonnenbränden. Gegen 22:10 Uhr rückten Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache Albertstadt zum Alaunplatz aus, wo zwei Müllcontainer brannten. Während der Löscharbeiten stellten die Kräfte in unmittelbarer Nähe zwei weitere brennende Papierkörbe fest und löschten auch diese. Im direkten Anschluss ging es zur Kamenzer Straße, wo erneut zwei Müllbehälter brannten.

Um 00:07 Uhr wurden auf der Rothenburger Straße brennende Barrikaden festgestellt. Aufgrund der Gefahrenlage konnte die Feuerwehr dort aus Gründen des Eigenschutzes nicht tätig werden. Parallel versorgten Einsatzkräfte eine Frau, die Brandverletzungen an den Händen erlitten hatte, und übergaben sie an den nachgeforderten Rettungsdienst. Um 00:52 Uhr brannte auf der Seifhennersdorfer Straße ein Papierkorb. Zur Bekämpfung aller Brände in der Dresdner Neustadt waren insgesamt 18 Einsatzkräfte der Wachen Albertstadt und Striesen im Einsatz.

Um 04:03 Uhr brannten auf der Hospitalstraße zwei Kleinkrafträder vollständig aus. Eines der Fahrzeuge stand unmittelbar neben einem Wohnmobil, das durch die Flammen bedroht war – erste Hitzeschäden waren bereits sichtbar. Das Kleinkraftrad wurde mit Muskelkraft vom Wohnmobil weggezogen, anschließend bekämpften die Einsatzkräfte den Brand mit Wasser und Löschschaum. Ausgelaufene Betriebsmittel wurden mit Ölbindemittel aufgenommen.

Bereits um 00:06 Uhr waren 16 Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache Altstadt zur Conrad-Felix-Müller-Straße alarmiert worden. Dort stand ein Audi in Vollbrand, die Flammen drohten bereits auf einen daneben geparkten Seat überzugreifen. Ein weiterer Pkw der Marke Peugeot wurde durch die starke Hitzeeinwirkung beschädigt. Ein Trupp unter Atemschutz nahm umgehend die Brandbekämpfung mit einem Strahlrohr auf. Während der Löscharbeiten platzte ein Reifen des brennenden Fahrzeugs mit einem lauten Knall. Das Nachbarfahrzeug wurde vorsorglich mit Löschschaum geschützt. Verletzt wurde niemand. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Auch der Rettungsdienst war am 1. Mai stark beansprucht: Innerhalb von 24 Stunden wurde er insgesamt 220-mal alarmiert. In 68 Fällen war ein Notarzt erforderlich, zudem führten die Einsatzkräfte 44 qualifizierte Krankentransporte durch. Der Rettungshubschrauber wurde fünfmal im Leitstellenbereich alarmiert.

Zu einem tragischen Einsatz kam es um 10:36 Uhr auf der Junghansstraße im Bereich der Technischen Sammlungen: Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst der Wache Striesen wurden zu einem Fenstersturz alarmiert. Der Einsatzbereich erstreckte sich aufgrund der Lage sowie der Aufprallbewegung der betroffenen Person auf einen Umkreis von etwa zehn Metern. Mit Einsatzfahrzeugen wurde eine Sichtbarriere zur Straße hin aufgebaut, seitlich schirmten Decken den Bereich ab. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod der Person feststellen. Insgesamt vier Personen, die zum Teil Zeugen des Ereignisses waren, wurden durch ein nachgefordertes Kriseninterventionsteam betreut. Die Polizei hat die Ermittlungen zum Sachverhalt aufgenommen. Die Technischen Sammlungen blieben für den restlichen Tag geschlossen.

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