Frankfurt: 24 Drittklässler werden zu ersten „Kinder Cops“ ernannt – Programm wird ausgeweitet

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Polizeipräsident Stefan Müller hat heute 24 Drittklässlerinnen und Drittklässler zu den ersten „Kinder Cops Frankfurt“ ernannt. Bei der feierlichen Zeremonie im Polizeipräsidium Frankfurt erhielten die Kinder im Beisein ihrer Familien ihre Urkunden für die erfolgreiche Teilnahme am Pilotprojekt.

„Das Projekt ist mir eine Herzensangelegenheit. Umso mehr freut es mich, dass wir mit dem erfolgreichen Abschluss unseres Pilotprojekts gezeigt haben, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen Kindern und der Polizei ist“, sagte Müller. Die Kinder hätten die Polizeiarbeit aus nächster Nähe kennengelernt und das ohnehin vorhandene Grundvertrauen in die Polizei werde weiter gestärkt.

Das Programm startete im vergangenen Herbst in enger Zusammenarbeit mit dem Verein „Bürger und Polizei Frankfurt e.V.“. Ziel ist es, Kindern auf altersgerechte und spannende Weise polizeiliche Arbeit zu vermitteln und durch positive Erfahrungen das Verständnis für die Institution Polizei zu fördern.

An vier Projekttagen, jeweils samstags für drei Stunden, lernten die Kinder verschiedene Aspekte der Polizeiarbeit kennen. Als Trainer fungierten neben Polizeipräsident Müller auch Thomas Hollerbach, Referent der Behördenleitung, und Ivan Saric, Schutzmann vor Ort des 5. Polizeireviers.

Am ersten Projekttag entdeckten die Kinder die Aufgaben der Polizei und das richtige Verhalten im Notfall. In praktischen Übungen setzten sie selbst Notrufe ab und besuchten die Einsatzleitzentrale. Dort erfuhren sie, was am anderen Ende der Notrufleitung passiert und worin der Unterschied zwischen den Notrufnummern 110 und 112 liegt.

Der zweite Projekttag stand im Zeichen der Einsatzmittel. Die Kinder erlebten hautnah, wie ein Polizeimotorrad funktioniert, wie das Einsatzfahrzeug des Überfallkommandos ausgerüstet ist, wie die Gefangenensammelstelle aussieht und welche Fähigkeiten die Polizeihunde haben.

Am dritten Tag verwandelten sich die Kinder in kleine Spurensicherer. Sie lernten an einem „Echtfall“ die Grundlagen kriminaltechnischer Methoden kennen, sicherten selbst Finger- und Fußabdruckspuren, befragten Zeugen und fertigten Phantombilder an. So gelang es ihnen, dem vermeintlichen Täter auf die Schliche zu kommen.

Der vierte Projekttag behandelte das Thema Verkehrssicherheit. Nach einem Theorieteil zu Verkehrsregeln, Vorfahrtregelungen und Verkehrszeichen ging es mit polizeilichen Übungsrädern auf zwei extra vorbereitete Übungsparcours. Dort wurden sowohl die vermittelten Inhalte praktisch geübt als auch Fahrtechnik und Geschicklichkeit auf dem Zweirad trainiert.

„Die vier Projekttage waren ganz bewusst praxisnah gestaltet, um Polizei zum Anfassen möglich zu machen und auf diese Weise Vertrauen und Transparenz zu stärken sowie eine dauerhafte Bindung zur Polizei zu erreichen“, erklärte Hollerbach. Die leuchtenden Augen der Kinder seien der zusätzliche sichtbare Lohn für das Engagement gewesen.

Nach der Urkundenübergabe feierten alle Beteiligten bei schönem Wetter mit Grillwürstchen und Eiscreme im Innenhof des Präsidiums. Müller dankte besonders den Kolleginnen und Kollegen, die das Programm mit außergewöhnlichem Engagement, Geduld und Herzblut gestaltet und möglich gemacht hätten.

Polizeihauptkommissar Ivan Saric kündigte die Ausweitung des Programms an: „Der erfolgreiche Pilotversuch und die Ernennung von 24 Kinder Cops ist für uns kein Abschluss, sondern ein Anfang.“ Im kommenden Schuljahr wird das Programm nicht nur fortgesetzt, sondern sogar ausgeweitet, um noch mehr Kindern die Gelegenheit zu bieten, ihre Polizei kennenzulernen.

Die Anzahl der Projekttage wird von fünf auf drei verringert, die Veranstaltungen jedoch auf einzelne Frankfurter Polizeireviere verlegt. So sollen mehrere „Kinder Cops Klassen“ pro Schuljahr ausgebildet und die Kinder bewusst „in die Polizei“ geholt werden. Dies soll die polizeiliche Bürgernähe und das Bild der „offenen Tür“ unterstreichen sowie die Beziehung der Kinder zum eigenen örtlichen Polizeirevier stärken.

Im kommenden Schuljahr werden das 3. Polizeirevier für die Innenstadt, das 5. Polizeirevier für den Frankfurter Osten, das 14. Polizeirevier für den Norden sowie das 17. Polizeirevier für den Westen am Programm teilnehmen. Die Klassen werden auf je 15 Kinder verkleinert, um das Betreuungsverhältnis zu optimieren. Der Bewerbungsprozess startet im Herbst dieses Jahres, die Projekttage beginnen nach den Winterferien im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2026/2027.

Eindrücke des Programms sind auf dem Instagram-Account der Polizei Frankfurt unter @polizei_ffm in den Storyhighlights „Kinder Cops“ zu finden.

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