In Fulda haben Unbekannte in dieser Woche mehrfach Kennzeichenschilder von geparkten Autos gestohlen. Gleichzeitig warnt die Polizei vor einer perfiden Betrugswelle: Trickbetrüger gaben sich als Polizisten aus und brachten eine Frau um wertvollen Schmuck.
Gestohlene Kennzeichen an zwei Fahrzeugen
Am Dienstag, 14. Juli, zwischen 6.45 Uhr und 13 Uhr, entwendeten Unbekannte das vordere und hintere Kennzeichenschild „FD-J 2901“ von einem weißen Fiat 500 in der Wörthstraße. Bereits zwischen Montag, 19 Uhr, und Dienstag, 9.20 Uhr, verschwanden die Kennzeichen „FD-JM 386“ von einem schwarzen VW Golf an der Domdechanei.
Schockanruf-Betrug: Frau übergibt Schmuck an unbekannten Mann
Am Montag, 13. Juli, gelang es Trickbetrügern, eine Fuldaerin um wertvollen Schmuck zu bringen. Die Frau erhielt zunächst einen Anruf von einer weiblichen Person, die behauptete, ihre Mutter zu sein. Im weiteren Gesprächsverlauf übernahm eine zweite weibliche Person das Telefonat und gab sich als Polizistin aus. Sie sagte der Frau, ihre Mutter habe ein Kind angefahren und müsse nun eine Kaution bezahlen.
Die Frau schenkte den Anrufern Glauben. Gegen 12.15 Uhr übergab sie Schmuck im Wert mehrerer tausend Euro in der Königstraße an einen unbekannten Mann. Dieser wird beschrieben als männlich, etwa 20 Jahre alt, ungefähr 1,70 Meter groß, mit dunklen, über die Ohren gehenden Haaren, blauem kurzärmligem Hemd, normaler Statur und ungepflegtem Erscheinungsbild.
So funktioniert die Schockanruf-Masche
Die Betrüger nutzen eine besonders perfide Methode: Sie rufen unter einer Nummer mit örtlicher Vorwahl an – manchmal sieht es auf dem Display sogar so aus, als käme der Anruf von der 110. Möglich macht das sogenanntes „Call-ID-Spoofing“, bei dem Betrüger beliebige Rufnummern vortäuschen können. So werden erste Zweifel am Anrufer schnell zerstreut.
Dann erzählen sie, Einbrecher seien in der Nachbarschaft unterwegs und die Polizei habe bereits einige gefasst. Einer der Festgenommenen habe einen Zettel mit der Adresse und den Vermögenswerten des Angerufenen gehabt. Die vermeintlichen Polizisten geben vor, die Ersparnisse des Opfers schützen zu wollen – indem es Wertsachen zusammenträgt und an einem vereinbarten Ort ablegt oder übergibt. Den Opfern wird suggeriert, sie könnten die Sachen in den kommenden Tagen bei der Polizeistation abholen.
In manchen Fällen weisen die Betrüger ihre Opfer auch an, zur Bank zu fahren und Bargeld abzuheben. Als Grund geben sie an, dass angebliche Einbrecher mit Bankangestellten zusammenarbeiten würden, um unbemerkt Konten zu plündern.
Warnung und Tipps der Polizei
Die Kriminalpolizei Fulda warnt: Die Masche ist besonders gut durchdacht und angepasst an die Lebenssituationen der Angerufenen. Die Polizei rät:
– Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht mit Namen vorstellt oder sich als Polizist ausgibt, den Sie nicht erkennen.
– Legen Sie auf, sobald der Anrufer Geld fordert.
– Rufen Sie selbst die Polizei an, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt.
– Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen.
– Informieren Sie Familie, Freunde und Bekannte über solche Anrufe.
Zeugenaufrufe
Zu den gestohlenen Kennzeichenschildern und zum Schockanruf-Betrug sucht die Polizei Zeugen. Wer im Bereich der Königstraße sowie den umliegenden Straßen verdächtige Beobachtungen gemacht hat – etwa zu telefonierenden Personen oder wartenden Fahrzeugen – soll sich melden.
Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Osthessen unter Telefon 0661/105-0, jede Polizeidienststelle oder die Onlinewache unter www.polizei.hessen.de entgegen.
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