Ein Zweitschlüssel hat am Freitagabend im Centro Oberhausen dazu geführt, dass ein mutmaßlicher Autocloning-Ring aufgeflogen ist. Der 29-jährige Besitzer eines gestohlenen Renault Twingo erkannte sein Fahrzeug in einer Unterführung zwischen den Parkhäusern 1 und 2 wieder – und konnte es mit seinem Ersatzschlüssel öffnen.
Der Mann hatte seinen Wagen bereits am 12. Juli zur Anzeige gebracht. Als er am Freitag gegen 19:25 Uhr das Einkaufszentrum besuchte und seinen Zweitschlüssel mitführte, entdeckte er in der Unterführung einen Renault Twingo, der seinem gestohlenen Auto verdächtig ähnlich sah. Mehrere Personen saßen darin. Der Ersatzschlüssel öffnete das Fahrzeug – es war tatsächlich sein Auto, allerdings mit anderen Kennzeichen versehen.
Gemeinsam mit seinem 50-jährigen Begleiter konfrontierte der 29-Jährige die Insassen mit dem Verdacht des Fahrzeugdiebstahls. Die Reaktion der Täter war aggressiv: Der 16-jährige Fahrer, der keine gültige Fahrerlaubnis besitzt, startete sofort den Motor und setzte rückwärts an. Der hinter dem Auto stehende 50-Jährige wurde dabei über den Fuß gefahren. Der Twingo kollidierte anschließend mit einer Säule, wobei die Heckscheibe zu Bruch ging.
Danach eskalierte die Situation zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen allen Beteiligten. Die Insassen versuchten zu Fuß zu flüchten, wurden aber von Polizeieinsatzkräften in der unmittelbaren Umgebung gestellt, die zwischenzeitig alarmiert worden waren.
Der 50-Jährige erlitt bei dem Vorfall leichte Verletzungen und kam zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus. Die Ermittlungen bestätigten: Bei dem Wagen handelte es sich tatsächlich um den am 12. Juli entwendeten Renault Twingo. Auch die am Fahrzeug angebrachten Kennzeichen waren als gestohlen gemeldet worden – ein klassisches Indiz für Fahrzeugkloning, bei dem gestohlene Autos mit falschen Nummerschildern versehen werden.
Das Fahrzeug wurde zur weiteren Untersuchung sichergestellt. Das zuständige Kommissariat führt die laufenden Ermittlungen.