Gifhorn: Betrüger locken mit Job-Versprechen in Kostenfalle

(Symbolbild)

Mit Versprechen auf einfache Heimarbeit und schnelles Geld locken Betrüger Menschen in sozialen Netzwerken und über Messengerdienste in eine Falle. Die Polizei Gifhorn ermittelt derzeit in einem Fall, bei dem eine Gifhornerin auf ein solches Angebot hereinfiel.

Die Frau sah Ende September in einem sozialen Netzwerk eine Werbeanzeige für einen Nebenjob. Nach der Kontaktaufnahme verschob sich die Kommunikation auf einen Messengerdienst und später auf eine andere Chatplattform. Der Frau wurde erklärt, dass sie von zu Hause aus innerhalb einer vorgegebenen Zeit einfache Montagearbeiten erledigen und dafür Geld bekommen könne.

Auf einer Webseite richtete sie ein Benutzerkonto ein, das als ihr vermeintliches Arbeitskonto dienen sollte. Dort erhielt sie ihre Aufträge und konnte ihre angeblich verdienten Provisionen sowie ihr Guthaben einsehen. Zur angeblichen Identitätsprüfung sollte sie die Vorder- und Rückseite ihres Personalausweises fotografieren und außerdem ein Foto von sich übermitteln. Noch bevor sie einen ersten Arbeitsauftrag erhielt, wurde ihr angeboten, durch kleine Online-Aufgaben Provisionen zu verdienen.

Zunächst sollte sie Bilder mit „Gefällt mir“ markieren. Die einzelnen Aufgaben waren zeitlich begrenzt. Später wurde sie aufgefordert, auf eigene Kosten verschiedene Produkte zu kaufen. Dadurch sollte eine hohe Nachfrage bei den jeweiligen Händlern vorgetäuscht werden. Die eingesetzten Beträge sollten ihr zusammen mit einer Provision auf ihrem vermeintlichen Arbeitskonto gutgeschrieben werden.

Bei den ersten Aufgaben wurden die eingesetzten Beträge und die versprochenen Provisionen auf dem Arbeitskonto als Guthaben angezeigt. Auf diese Weise wuchs der vermeintliche Kontostand auf mehr als 800 Euro. Als die Frau eine Auszahlung verlangte, wurde diese abgelehnt. Sie müsse zunächst weitere Aufgaben erfüllen. Schließlich sollte sie erneut in Vorleistung gehen und dafür mehr als 1.000 Euro aufbringen. Als die Gifhornerin Zweifel äußerte, reagierte ihr Kontakt zunehmend unwirsch. Daraufhin wandte sie sich an die Polizei. Die Ermittlungen wegen Betrugs wurden aufgenommen.

Das Vorgehen weist typische Merkmale des sogenannten Task Scammings auf, einer Form des Job-Scammings. Die Täter werben mit attraktiver Bezahlung für einfache Tätigkeiten wie das Bewerten von Produkten, das Liken von Bildern oder Videos und das Auslösen von Bestellungen. Durch kleine Auszahlungen oder angezeigte Gutschriften schaffen sie zunächst Vertrauen. Im weiteren Verlauf müssen die Betroffenen immer höhere Beträge einzahlen, um angeblich weitere Aufgaben freizuschalten oder eine Auszahlung zu ermöglichen. Das auf den Plattformen angezeigte Guthaben existiert häufig nicht. Auszahlungen werden verweigert oder von weiteren Zahlungen abhängig gemacht. Darüber hinaus können übermittelte Ausweisdokumente, Fotos und Kontodaten für weitere Straftaten missbraucht werden.

So schützen Sie sich vor Job-Scammern

Bei unerwarteten Jobangeboten mit hoher Bezahlung für einen geringen Arbeitsaufwand sollten Sie besonders vorsichtig sein. Wer für einen angeblichen Nebenjob zunächst selbst Geld überweisen oder Produkte kaufen soll, sollte den Kontakt abbrechen. Ein auf einer Webseite angezeigtes Guthaben ist kein Beleg dafür, dass das Geld tatsächlich vorhanden ist oder ausgezahlt wird.

Übermitteln Sie zur angeblichen Freischaltung eines Onlinejobs keine Ausweisfotos oder Selfies über Messengerdienste. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es weder ein Bewerbungsgespräch noch einen Arbeitsvertrag gibt und die gesamte Kommunikation ausschließlich über Messenger läuft. Prüfen Sie zumindest, ob das genannte Unternehmen eine nachvollziehbare Internetseite mit Anschrift und Telefonnummer besitzt, und rufen Sie dort an.

Wenn Sie bereits Geld gezahlt haben, leisten Sie keine weiteren Zahlungen. Sichern Sie vorher die Chatverläufe, die Adresse der Webseite und die Zahlungsbelege, informieren Sie sofort Ihre Bank oder den genutzten Zahlungsdienst und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.


Die Entwicklung im Landkreis Gifhorn

2024 zählte die Polizei im Landkreis Gifhorn 1.229 Betrugsfälle, 2025 waren es 1.144 — 6,9 Prozent weniger. Bundesweit ist die Zahl im selben Zeitraum um 7,7 Prozent gesunken.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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