Göttingen: Falsche Bankmitarbeiter erbeuten Bankkarten mit PIN-Nummern

(Symbolbild)

In Göttingen sind am Donnerstagnachmittag zwei Senioren Opfer einer perfiden Betrugsmasche geworden. Unbekannte gaben sich als Bankmitarbeiter aus und erbeuteten Bankkarten samt PIN-Nummern. Die Polizei warnt vor dieser aktuellen Betrugsmethode und sucht Zeugen.

In der Riemannstraße in der Göttinger Südstadt brachte eine unbekannte Person eine Seniorin dazu, ihre Bankkarte samt PIN herauszugeben. Eine Angehörige der Geschädigten wurde später auf den Vorfall aufmerksam und verständigte das Geldinstitut. Bereits am Nachmittag hatten die Täter einen Betrag im unteren vierstelligen Bereich von dem Konto abgehoben. Das Konto wurde umgehend gesperrt.

Im Göttinger Ortsteil Geismar in der Straße Sandersbeek ereignete sich ein ähnlicher Fall. Ein Senior erhielt zunächst einen Anruf eines angeblichen Sparkassenmitarbeiters. Der Anrufer erklärte, im Bereich Geismar sei es zu einer Betrugsmasche gekommen, weshalb die EC-Karte des Mannes ausgetauscht werden müsse. Kurz darauf erschienen zwei Männer an der Wohnung des Geschädigten und nahmen dessen Bankkarte entgegen.

Die beiden Täter werden als etwa 25 bis 35 Jahre alt und dunkel gekleidet beschrieben. Eine der Personen war groß und schlank. Beide sprachen Hochdeutsch. Einer der Männer trug eine Art Ausweis der Sparkasse an einer Kette am Hosenbund. Sie brachten den Senior dazu, seine PIN zu nennen. Wenig später stellte er nach Rücksprache mit seinem Geldinstitut eine Abbuchung in einem unteren vierstelligen Betrag fest.

Die Polizei Göttingen sucht Zeugen, die am Donnerstagnachmittag im Bereich der Riemannstraße in der Göttinger Südstadt oder im Bereich Sandersbeek in Geismar verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Von besonderem Interesse sind Beobachtungen zu Personen, die sich als Mitarbeitende eines Geldinstituts ausgegeben oder an Wohnungen geklingelt haben. Hinweise nimmt die Polizei Göttingen unter Tel. 0551/491-2115 entgegen.

Polizeihauptkommissar Marko Otte, Beauftragter für Kriminalprävention bei der Polizeiinspektion Göttingen, warnt eindringlich: Geldinstitute entsenden niemals Mitarbeiter, um Bankkarten wegen angeblicher Fehler oder Sicherheitsprobleme an der Haustür einzuziehen. Kunden sollten niemals anderen Personen ihre PIN nennen – auch nicht angeblichen Bankmitarbeitern. Bankmitarbeiter dürfen die PIN nicht erfragen oder entgegennehmen.

Die Polizei rät außerdem, ein niedriges Kartenlimit festzusetzen, die PIN niemals auf der Zahlkarte zu notieren und diese niemals gemeinsam mit der Karte in der Geldbörse aufzubewahren. Bei verdächtigen Anrufen oder Besuchen sollten Betroffene sofort die Polizei informieren. Wer unsicher ist, sollte das Gespräch beenden und selbstständig die bekannte Telefonnummer der eigenen Bank oder direkt die Polizei wählen.

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