Göttingen: Unbekannte beschmieren Stolpersteine mit klebstoffartiger Substanz – Staatsschutz ermittelt

(Symbolbild)

Göttingen – Unbekannte haben in der Göttinger Düstere Straße 1 mehrere Stolpersteine mit einer klebstoffartigen Substanz beschmiert und dadurch die eingravierten Namen jüdischer Opfer des Nationalsozialismus unleserlich gemacht. Passanten entdeckten die Verunreinigung am Donnerstagmittag, 30. April 2026, gegen 11.50 Uhr und alarmierten die Polizei. Das Staatsschutzkommissariat hat die Ermittlungen übernommen.

Den ersten Ermittlungen zufolge beschmierten der oder die Täter die aus Messing gefertigten Gedenksteine, die im Gehweg eingelassen sind, mit einer noch unbekannten Substanz. Bei dem hartnäckigen Mittel könnte es sich eventuell um Sekundenkleber handeln – ein Versuch der Beamten, die klebrige Schicht mit Wasser zu entfernen, scheiterte. Der genaue Tatzeitraum lässt sich bislang nicht näher eingrenzen. Die Höhe des verursachten Schadens ist noch offen. Eine politische Motivation schließt die Polizei nicht aus.

Stolpersteine werden in Handarbeit vom Kölner Künstler Gunter Demnig angefertigt und eigenhändig von ihm in das Pflaster eingelassen. Die Steinverlegung wird von einer Gedenkstunde eingerahmt, alle Stolpersteine werden über Patenschaften privat finanziert. Sie gelten nicht nur als Erinnerungssteine, sondern auch als Mahnmale im öffentlichen Raum und sind damit eine Ergänzung zum zentralen Ort der Erinnerung an die Shoa am Synagogenplatz in Göttingen.

Hinweise nimmt die Polizei Göttingen unter der Telefonnummer 0551/491-2115 entgegen.

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