Größerer Polizeieinsatz nach Waffenverdacht und schwere Verkehrsunfälle in München

(Symbolbild)

Die Münchner Polizei war am Dienstag und Mittwoch mit mehreren größeren Einsätzen beschäftigt. Zu den schwerwiegendsten Vorfällen zählten ein Einsatz wegen einer vermeintlichen Waffenbedrohung und schwere Verkehrsunfälle mit Verletzten.

Den ersten Großeinsatz löste am Dienstagabend gegen 18 Uhr eine Meldung aus Obergiesing aus. Mehrere Kinder spielten mit Wasserbomben im Innenhof und auf dem Gehweg bei einem Mehrfamilienhaus, als sie eine unbekannte Person an einem Fenster wahrnahmen, die mit einem pistolenähnlichen Gegenstand auf sie zielte. Die Kinder vertrauten sich ihren Eltern an, die den Polizeinotruf 110 verständigten. Die Polizei konnte die betreffende Wohnung identifizieren und den Wohnungsinhaber sowie weitere anwesende Personen sichern. Bei einer Durchsuchung wurden jedoch keine Waffen gefunden. Ob es sich tatsächlich um eine Pistole gehandelt hatte, konnte nicht geklärt werden. Alle angetroffenen Personen wurden nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Das Kommissariat 26 ermittelt wegen Bedrohung.

Ein zweiter Großeinsatz ereignete sich am Dienstagnachmittag gegen 14:10 Uhr in Neuperlach. Ein 37-jähriger Spanier mit Wohnsitz in München rief die Polizei und gab an, dass es nach einem Streit zu Handgreiflichkeiten mit seinem Nachbarn gekommen sei. Der Nachbar habe ihn mit einer Machete bedroht und sei anschließend mit der Waffe auf die Straße gelaufen. Der 47-jährige Grieche mit Wohnsitz in München konnte kurz darauf durch eine Videokamera im U-Bahnhof „Therese-Giehse-Allee“ lokalisiert werden. Die Münchner Verkehrsgesellschaft verständigte man, um die Abfahrt der U-Bahnen zu verhindern. Eine Vielzahl von Polizisten wurde zum U-Bahnhof geschickt. Als sie dort eintrafen, kam der 47-Jährige selbständig aus dem U-Bahn-Waggon auf den Bahnsteig. Mehrere Polizisten forderten ihn mit gezogener Schusswaffe auf, sich hinzulegen. Er befolgte die Anweisung und wurde am Boden liegend gefesselt und durchsucht. Eine Machete konnte nicht gefunden werden. Der Mann wurde zu einer nahegelegenen Polizeidienststelle gebracht und nach den polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Das Kommissariat 26 ermittelt zum Tathergang.

Bei einem schweren Verkehrsunfall am Dienstag gegen 9:50 Uhr in Laim wurde ein 16-jähriger Deutscher schwer verletzt. Der Jugendliche fuhr mit einem E-Scooter auf der Riegerhofstraße in südlicher Richtung und wollte an der Kreuzung zur Gotthardstraße geradeaus fahren. Zur gleichen Zeit fuhr ein 77-jähriger Grieche mit Wohnsitz in München mit seinem Mercedes auf der Gotthardstraße in westlicher Richtung und wollte die Kreuzung ebenfalls geradeaus überqueren. Der 16-Jährige missachtete die Vorfahrt des Mercedes, woraufhin es zur Kollision kam. Der Jugendliche wurde vom Auto erfasst, über die Motorhaube geschleudert und stürzte auf die Fahrbahn. Er musste mit schweren Verletzungen vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden. Der 77-Jährige blieb unverletzt. Der E-Scooter wurde völlig zerstört, der Mercedes leicht beschädigt. Die Münchner Verkehrspolizei ermittelt.

Ein noch schwererer Unfall ereignete sich am Dienstagabend gegen 19:35 Uhr in Neuperlach. Ein 18-jähriger Deutscher fuhr mit seinem Pedelec der Marke Velosic auf dem rechten Radweg der Therese-Giehse-Allee in nordöstlicher Richtung. An der Kreuzung zur Heinz-Hilpert-Straße wollte er geradeaus fahren. Zeitgleich fuhr ein 19-jähriger Deutsch-Türke mit Wohnsitz in München mit seinem Alfa Romeo auf der Heinz-Hilpert-Straße in nordwestlicher Richtung und wollte geradeaus in den Fritz-Kortner-Bogen fahren. Der 19-jährige Autofahrer missachtete die Vorfahrt des Radfahrers, woraufhin es zur Kollision kam. Der Alfa Romeo stieß frontal gegen den querenden Pedelec-Fahrer. Nach dem Zusammenstoß überquerte das Auto noch die Kreuzung und stieß im Fritz-Kortner-Bogen gegen sechs geparkte Autos, bis es zum Stillstand kam. Der 18-jährige Radfahrer wurde schwer verletzt, der 19-jährige Autofahrer leicht. Beide wurden mit Rettungsfahrzeugen in Krankenhäuser gebracht. Das Pedelec wurde leicht beschädigt, der Alfa Romeo völlig zerstört. Von den sechs geparkten Autos wurden drei so stark beschädigt, dass sie abgeschleppt werden mussten. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand war der 19-Jährige mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren. Im Bereich der Therese-Giehse-Allee und des Fritz-Kortner-Bogens kam es für mehrere Stunden zu Verkehrssperrungen. Die Münchner Verkehrspolizei bittet Zeugen, sich unter 089/6216-3322 zu melden.

Am Dienstagnachmittag gegen 16:30 Uhr wurde eine über 70-jährige Deutsche in Sendling Opfer eines sogenannten Schockanrufs. Eine unbekannte Anruferin teilte der Seniorin mit, dass ihr Bruder an Darmkrebs erkrankt sei und für eine Chemotherapie ein Pfand hinterlegt werden müsse. Kurze Zeit später übergab die Seniorin an ihrer Wohnadresse Bargeld und Goldmünzen an einen unbekannten Abholer. Als sie den Betrug bemerkte, rief sie die Polizei. Der Abholer wird als etwa 180 Zentimeter großer Mann mit schlanker Statur und südeuropäischem Erscheinungsbild beschrieben, der helle Oberbekleidung trug. Das Kommissariat 61 ermittelt und bittet um Hinweise von Personen, die im Bereich Brudermühlstraße, Thalkirchner Straße und Schäftlarnstraße etwas Verdächtiges bemerkt haben. Die Polizei warnt: Krankenhäuser, Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte verlangen niemals Barzahlungen oder schicken Boten zur Geldabholung.

In der Nacht zum Mittwoch gegen 2:30 Uhr lieferte sich ein 25-jähriger Deutscher aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck ein verbotenes Autorennen mit der Polizei. Beamte bemerkten seinen MG auf der Bodenseestraße, der mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit stadtauswärts fuhr. Als sie ihn mit Blaulicht anhalten wollten, missachtete der Fahrer die Signale, erhöhte die Geschwindigkeit nochmals und fuhr über eine Kreuzung trotz Rotlicht. Die Polizisten verringerten ihre Geschwindigkeit, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, und leiteten eine Fahndung ein. Wenig später konnte das Auto in Germering gestoppt werden. Bei der Kontrolle ergaben sich Anhaltspunkte dafür, dass der Fahrer unter Cannabis-Einfluss stand. Zudem drohte er den Beamten mit Gewalt. Eine Gruppe der Münchner Einsatzhundertschaft musste für die Blutentnahme hinzugezogen werden. Der 25-Jährige wurde wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Trunkenheit im Verkehr und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft München I wurde das Auto beschlagnahmt. Der Mann und sein Beifahrer wurden nach der Sachbearbeitung entlassen. Die Münchner Verkehrspolizei ermittelt.

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