Bundespolizei und Zoll haben am Mittwoch, dem 30. September 2026, einen massiven Schlag gegen eine mutmaßliche Schleuser-Bande geführt. Mit etwa 2.200 Einsatzkräften vollstreckten sie 10 Haftbefehle und führten 104 Durchsuchungen durch. Die Ermittlungsgruppe „Purgatio“ wirft der Bande vor, ausländische Arbeitnehmer systematisch nach Deutschland eingeschleust und unter Ausbeutungsbedingungen beschäftigt zu haben.
Die Durchsuchungen fanden in acht Bundesländern statt: Berlin, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Dabei wurden Wohnungen, Hotels, Wohnunterkünfte und Firmen durchsucht. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten ordnete Vermögensarreste in einer Gesamthöhe von 106 Millionen Euro an, von denen am Mittwoch eine Vielzahl vollstreckt werden konnte.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein 50-jähriger Hauptbeschuldigter, der Kopf der mutmaßlichen Bande. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er seit 2022 mit 22 weiteren Bandenmitgliedern zusammengearbeitet haben. Die Ermittlungen richten sich insgesamt gegen 23 Beschuldigte im Alter von 31 bis 59 Jahren.
Das Geschäftsmodell der Bande funktionierte nach Polizeibeschreibung so: Der Hauptbeschuldigte schleuste ausländische Arbeitnehmer, häufig aus der Ukraine und Georgien, nach Deutschland ein und setzte sie im gesamten Bundesgebiet im Reinigungsgewerbe ein. Die Arbeiter erhielten deutlich weniger Lohn als deutsche Arbeitnehmer und mussten unter schlechteren Bedingungen arbeiten. Um ihre illegalen Strukturen zu verschleiern, gründete die Bande Serviceunternehmen, stellte Scheinrechnungen aus und verschleierte Bargeldbewegungen. Die Arbeiter wurden zum Schein bei vermeintlichen Subunternehmen angemeldet.
Die Bande soll auch gefälschte Urkunden und Ausweise verwendet haben, um die illegalen Aufenthalte zu verschleiern. Gezielt wurden Unternehmen in kurzen Zeitabständen gegründet, aufgelöst oder verkauft – offenbar um die Prüfzeiträume von Steuer- und Sozialversicherungsbehörden zu unterlaufen.
Bei den Durchsuchungen trafen die Einsatzkräfte mehrere Personen an, bei denen der Verdacht des unerlaubten Aufenthalts und der unerlaubten Arbeitsaufnahme bestand. Gegen diese wurden gesonderte Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Polizei sicherte umfangreiches Beweismaterial: Dokumente, Speichermedien und Mobiltelefone werden derzeit ausgewertet. Die zehn festgenommenen Beschuldigten werden den Haftrichtern vorgeführt.
Auch die österreichische Finanzpolizei führte im Zusammenhang mit dem Fall Prüfmaßnahmen in Hotels durch, die noch andauern.
Die Staatsanwaltschaft Berlin wird zusammen mit Bundespolizei und Zoll am Vormittag des 1. Oktober 2026 um 11:00 Uhr eine Pressekonferenz im Hauptzollamt Berlin abhalten. Anmeldungen sind bis zum 1. Oktober 2026, 10:00 Uhr, unter Presse.HZA-Berlin@zoll.bund.de möglich. Die Anfahrt erfolgt über den Columbiadamm 5; der Zugang zum Konferenzraum ist ab 10:00 Uhr möglich.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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