Bei einer Großkontrolle auf der Tank- und Rastanlage Weiskirchen Nord an der Autobahn 3 haben Polizei und Behörden am Donnerstag 91 Fahrzeuge überprüft und dabei 103 Verstöße festgestellt. Neun Fahrzeuge durften ihre Fahrt aufgrund gravierender Mängel nicht fortsetzen.
Die Verkehrsinspektion des Polizeipräsidiums Südosthessen führte die achtstündige Kontrolle Richtung Köln durch, unterstützt von Polizisten aus Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie Mitarbeitern des Zolls und des Bundesamtes für Logistik und Mobilität. Zwischen 8 und 16 Uhr überprüften die Beamten bei hochsommerlichen Temperaturen 78 Lastkraftwagen, acht Pkw und fünf Reisebusse – von Kleintransportern bis hin zu Schwertransporten.
Die Bilanz zeigt die Schwerpunkte der Verstöße: 59 Verstöße gegen Sozialvorschriften, 19 technische Fahrzeugmängel, neun Verstöße bei der Ladungssicherung, drei Verstöße gegen Gefahrgutrecht, zwei gegen das Güterkraftverkehrsgesetz, eine Überladung und drei Straftaten. Insgesamt erhoben die Behörden Sicherheitsleistungen von mehr als 41.000 Euro, davon 2.900 Euro als Vermögensabschöpfungen und über 430 Euro als nacherhobene Einfuhrabgaben durch den Zoll.
Zu den schwerwiegendsten Fällen gehörte ein niederländischer Fahrzeugtransporter mit drei Wohnwagen, der die zulässige Gesamtlänge überschritt. Auch nach einer Neuverladung konnte die Länge nicht ausreichend reduziert werden – die Weiterfahrt wurde untersagt und eine Sicherheitsleistung von etwa 2.940 Euro erhoben.
Bei einem lettischen Sattelzug entdeckten die Kontrolleure erhebliche Mängel an der Bremsanlage des Aufliegers. Aus Unterlagen ging hervor, dass dieselbe Bremse erst wenige Tage zuvor bei einer Kontrolle in der Schweiz beanstandet und ersetzt worden war. Die Behörden gehen von möglichen Fehlern beim Einbau oder der Einstellung aus – eine Sicherheitsleistung von circa 600 Euro wurde fällig.
Besonders gravierend fielen die Verstöße eines griechischen Sattelzugs auf: Wiederholte Verstöße gegen das Fahrpersonalrecht und fehlende Ruhezeiten führten zur Untersagung der Weiterfahrt und einer Sicherheitsleistung von 12.000 Euro.
Bei einem bulgarischen Kleintransporter entdeckten die Beamten eine Manipulation an der Abgasreinigungsanlage. Auch hier wurde die Weiterfahrt untersagt. Nach Zahlung einer Sicherheitsleistung von 1.000 Euro wurde das Fahrzeug per Anhänger abtransportiert.
Im Bereich Gefahrgutrecht fiel ein türkischer Lastwagen auf, dessen Tankvolumen die zulässige Grenze von 1.500 Litern deutlich überschritt. Gegen den Fahrer wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und eine Sicherheitsleistung von 1.300 Euro erhoben.
Bei der Kontrolle eines irischen Pkw ergaben sich Hinweise darauf, dass der Fahrer unter dem Einfluss von Kokain stand. Zudem besaß er nicht die erforderliche Fahrerlaubnis. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet, zusätzlich musste er 600 Euro Sicherheitsleistung zahlen.
Auch Reisebusse gerieten in den Fokus: Bei einem bosnischen Reisebus auf dem Weg nach Dortmund stellten die Beamten mehrere Verstöße gegen Dokumentationspflichten zu Lenk- und Ruhezeiten fest. Die Weiterfahrt wurde untersagt und eine Sicherheitsleistung von 3.600 Euro angeordnet. Die Fahrgäste konnten ihre Reise mit einem Ersatzbus fortsetzen.
Ein weiterer Reisebus aus Bulgarien fiel ebenfalls durch schwerwiegende Verstöße gegen Fahrpersonalvorschriften auf. Hier ordneten die Behörden eine Sicherheitsleistung von 2.500 Euro an.
Die Beanstandungsquote der Großkontrolle lag bei 52 Prozent. Nach Angaben der Polizei machen die Ergebnisse deutlich, wie wichtig konsequente Überprüfungen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sind, um Sicherheit und Fairness im Straßenverkehr dauerhaft zu gewährleisten.