Nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei am Donnerstagmorgen eine internationale Betrügerbande zerschlagen, die gezielt ältere Menschen betrogen haben soll. Bei koordinierten Durchsuchungen in Köln, Neuss, Dormagen, Aachen und Viersen vollstreckten über 300 Polizistinnen und Polizisten Haftbefehle gegen fünf Männer und eine Frau im Alter von 18 bis 34 Jahren.
Insgesamt wurden 24 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Die Ermittler stellten dabei Waffen, eine sechsstellige Summe Bargeld, Betäubungsmittel, Goldschmuck sowie mehrere Mobiltelefone und Laptops sicher. Bei den Zugriffsmaßnahmen wurde ein Beschuldigter leicht verletzt.
Den Festgenommenen wird vorgeworfen, von Nordrhein-Westfalen und der Türkei aus ein internationales Betrugsnetzwerk betrieben zu haben. Sie sollen älteren Menschen vorgegaukelt haben, diese seien ins Visier von Kriminellen geraten. Aus Sicherheitsgründen müssten die Opfer ihre Vermögenswerte in die Obhut der Polizei geben. Daraufhin übergaben die Geschädigten teils höhere fünfstellige Beträge an die Beschuldigten.
Die neun Monate andauernden Ermittlungen führte eine eigens eingerichtete Ermittlungskommission der Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Mönchengladbach. Nach Erkenntnissen der Ermittler wurden die ergaunerten Vermögenswerte zu einem erheblichen Teil in die Türkei verschoben.
An dem Polizeieinsatz beteiligten sich Beamte von Bereitschaftspolizei und Spezialeinheiten aus mehreren NRW-Behörden. Zusätzlich kamen mehrere Diensthunde zum Einsatz. Die festgenommenen Beschuldigten wurden einem Haftrichter vorgeführt.