Großrazzia gegen Rechtsextremisten: Polizei beschlagnahmt tausende verbotene Artikel

(Symbolbild)

Die Zentrale Kriminalinspektion der Polizeidirektion Göttingen hat am Donnerstag, den 5. Februar 2026, eine großangelegte Razzia gegen eine rechtsextreme Gruppe durchgeführt. Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Göttingen wurden Durchsuchungsbeschlüsse in elf Objekten vollstreckt — drei in Niedersachsen sowie weitere in Thüringen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und in der Schweiz.

Hintergrund der Ermittlungen ist ein verdecktes Verfahren, das seit Februar 2025 läuft. Sechs in Deutschland und in der Schweiz ansässige Personen werden verdächtigt, volksverhetzende Tonträger und rechtsextremistische Szenenartikel gewerblich vertrieben zu haben. Der 43 Jahre alte Hauptbeschuldigte soll unter anderem Musik der verbotenen Organisationen „Blood & Honour“ und „Combat 18“ sowie illegale Szeneartikel aus dem Ausland bestellt, selbst hergestellt und einer Vielzahl von Personen — vorrangig aus der rechtsextremen Szene — zum Verkauf angeboten haben. Mindestens fünf weitere Beschuldigte sollen in den Handel eingebunden gewesen sein und die illegale Ware für ihn gelagert sowie in seinem Auftrag verkauft haben.

Bei den Durchsuchungen stellten über 100 Einsatzkräfte mehrere tausend rechtsextremistische Tonträger sicher — CDs und Schallplatten mit volksverhetzenden Passagen. Zudem beschlagnahmten die Beamten unzählige Mengen von Szeneartikeln: Pins, Schlüsselbänder, Bekleidung, Sticker und weiteres Merchandise mit Hakenkreuzen, Reichsadlern, SS-Totenschädeln, Hitler-Figuren, Blood & Honour-Schriftzügen und anderen Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Die Polizei fand bei der Aktion auch Dopingpräparate, erlaubnispflichtige Sprengkörper und Eigenlaborate, mehrere Schlagringe sowie eine Schreckschusspistole. Aufgrund der aufgefundenen Sprengkörper waren die Delaborierer des Landeskriminalamts Thüringen im Einsatz. Eine der durchsuchten Lagerhallen in Thüringen wurde im Zuge der Ermittlungen als Szene-Treffpunkt für die örtlich ansässige rechtsextremistische Szene identifiziert.

Die Verdächtigen werden nicht nur wegen des Handels mit volksverhetzenden Tonträgern und Szeneartikeln ermittelt. Es bestehen auch Verdachtsmomente wegen Verstoßes gegen das Vereinigungsverbot, das Waffengesetz sowie wegen Handels mit unerlaubten Dopingmitteln und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

Gegen den Hauptbeschuldigten wurde am Tag nach den Durchsuchungen ein Haftbefehl vom Amtsgericht Göttingen erlassen. Dieser wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt, der Mann bleibt also zunächst auf freiem Fuß. Das Ermittlungsverfahren geht auf Erkenntnisse aus einem im Oktober 2023 in Oldenburg geführten Ermittlungskomplex gegen ein rechtsextremes Musiknetzwerk zurück.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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