Berlin-Mitte – Etwa 50 Polizistinnen und Polizisten der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Schleuser sowie weitere Kräfte des Landeskriminalamtes haben heute Morgen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin sechs Objekte durchsucht. Ziel der Razzia waren zwei Frauen und drei Männer, denen die Polizei organisierte Schleusung und Urkundenfälschung vorwirft.
Die Beamten durchsuchten fünf Wohnungen und einen Geschäftsraum in den Ortsteilen Wedding, Kreuzberg und Lichterfelde. Die Tatverdächtigen sind zwei Frauen im Alter von 34 und 35 Jahren sowie drei Männer im Alter von 27, 37 und 40 Jahren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die beiden Frauen seit Mai 2024 in mindestens 37 Fällen Ausländer – vornehmlich aus der Türkei – gewerbsmäßig geschleust haben.
Das Geschäftsmodell war dabei einfach: Die Frauen stellten gefälschte Sprachzertifikate zur Verfügung, die ihre Opfer bei den Ausländerbehörden vorlegen konnten, um nationale Aufenthaltstitel zu erlangen. Für jedes Zertifikat kassierten sie zwischen 1000 und 1500 Euro. Gemeinsam mit den männlichen Beschuldigten fälschten sie zudem Wohnungsgeberbestätigungen, um den Ausländern gegen monatliche Gebühren behördliche Anmeldungen zu ermöglichen.
Bei den Durchsuchungen trafen die Polizistinnen und Polizisten vier der fünf Beschuldigten an. Sie stellten gefälschte Wohnungsgeberbestätigungen, gefälschte Sprachzertifikate, Bargeld im mittleren fünfstelligen Bereich sowie verschreibungspflichtige Arzneimittel sicher. Festnahmen erfolgten nicht. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel und die weiteren Ermittlungen laufen noch.
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