Gütersloh: Polizei zieht Bilanz nach Kontrollaktion – 65 E-Scooter-Fahrer beanstandet

Radschlag

Bei einer groß angelegten Kontrollaktion am Freitag, 19. Juni, zwischen 12.00 und 17.30 Uhr hat die Polizei Gütersloh massive Verstöße im Umgang mit E-Scootern dokumentiert. Die Beamten stoppten insgesamt 65 E-Scooter-Fahrer, die gegen Verkehrsregeln verstießen.

Die Verstöße waren vielfältig: Viele Fahrer waren mit verbotenen Mitfahrern unterwegs, telefonierten während der Fahrt oder nutzten ihre E-Scooter rechtswidrig auf Gehwegen und in Fußgängerzonen. Besonders auffällig war eine Serie von verdeckten oder ungültigen Kennzeichen – zahlreiche Fahrer hatten ihre Versicherungskennzeichen abgedeckt oder diese entsprachen nicht dem aktuellen Versicherungsjahr. Die Polizei weist erneut darauf hin, dass E-Scooter erst ab dem 14. Lebensjahr genutzt werden dürfen.

Ein besonders besorgniserregendes Phänomen: Mehrere Personen fielen ein zweites Mal mit demselben Verstoß auf. Die Polizei warnt, dass solche wiederholten Verstöße nicht nur zu hohen Bußgeldern führen, sondern auch gravierende Unfallfolgen haben können. Bei Kollisionen trifft die Wucht eines Aufpralls E-Scooter-Fahrer nahezu ungeschützt.

Neben den E-Scooter-Fahrern wurden 31 Fahrradfahrer angehalten und müssen Verwarngelder zahlen. Die Kontrollen fanden an der Berliner Straße, dem Berliner Platz, am Dreiecksplatz, der Münsterstraße und an der Blessenstätte statt.

Ein besonderer Fall: Ein E-Scooter-Fahrer musste eine Blutprobe abgeben, nachdem ein Drogenvortest positiv ausfiel.

Während die Beamten bei früheren Kontrollen überwiegend positives Feedback von Passanten erhalten hatten, gab es am Freitagnachmittag auch kritische Reaktionen einzelner Personen auf die polizeilichen Maßnahmen.

Die Zahlen untermauern die Notwendigkeit solcher Kontrollen: Im Jahr 2025 verunglückten im Kreis Gütersloh bereits 375 Fahrradfahrer, 359 E-Bike-Fahrer und 140 E-Scooter-Fahrer. Angesichts der deutlich steigenden Unfallzahlen mit E-Scootern und ihrer zunehmenden Nutzung insbesondere durch sehr junge Fahrer wird die Polizei diese Kontrollen im Rahmen des Projekts Radschlag an unterschiedlichen Orten und in unregelmäßigen Abständen fortsetzen – mit dem Ziel, alle Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen.

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