Eine Halveranerin ist am Montag Opfer von Betrügern geworden, die sich als Schädlingsbekämpfer ausgaben. Für die bloße Anfahrt forderte der Unbekannte 249 Euro, die Frau zahlte per Karte. Doch damit nicht genug: Vom Konto wurde ihr letztlich eine niedrige vierstellige Summe abgebucht — deutlich mehr als vereinbart.
Die Frau hatte im Internet nach Hilfe gesucht, weil sich ein Wespennest an ihrem Haus befand. Sie vereinbarte telefonisch einen Termin mit dem vermeintlichen Kammerjäger. Als dieser am Montagnachmittag vor der Haustür stand, teilte er mit, dass er zunächst 249 Euro Anfahrtsgebühr kassieren müsse, bevor er das Nest entfernen könne. Die Halveranerin zahlte mit ihrer Karte, überprüfte aber die Summe am Gerät nicht. Der Mann behauptete darauf, die Zahlung sei nicht funktioniert. Bei einem zweiten Versuch gab die Frau bewusst eine falsche PIN ein — und der Unbekannte packte seine Sachen und fuhr davon. Erst hinterher stellte sie fest, dass ihr erheblich mehr Geld vom Konto abgebucht worden war. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei wegen Betrugs und versucht nun, das Geld über ihre Bank zurückzufordern.
Die Polizei warnt eindringlich vor solchen falschen Handwerkern. Diese nutzen bewusst Notsituationen aus und stellen völlig überhöhte Gebühren für schlechte oder gar illegale Arbeiten in Rechnung. Opfer stoßen auf die betrügerischen Angebote meist im Internet — etwa für Schlüsseldienste, Schädlingsbekämpfer oder andere Handwerker. Die Anzeigen erwecken den Anschein, als stammten sie aus der näheren Umgebung. Tatsächlich reisen die Täter aber meistens aus dem Ruhrgebiet an.
Oft fehlt diesen Personen jede Qualifikation. Das macht ihre Arbeiten in vielen Fällen gefährlich oder sogar illegal. Wespennester beispielsweise dürfen nicht einfach so entfernt werden — nur zertifizierte Schädlingsbekämpfer dürfen an die Nester der unter Naturschutz stehenden Insekten. Unqualifizierte Arbeiten an Strom- oder Wasserinstallationen können massive Schäden verursachen. Die unseriösen Notdienste bieten zudem keine Gewährleistung: Häufig erbringen sie nur Schein-Leistungen, prüfen das Problem oberflächlich und verweisen dann an einen anderen Fachmann — stellen aber trotzdem hohe Rechnungen.
Die Polizei empfiehlt in Notsituationen, örtliche Dienste zu bevorzugen. Wichtig ist es, die Qualifikation des Anbieters vorher zu überprüfen. Am Telefon sollten klare Preisabsprachen getroffen werden — etwa für Anfahrtspauschalen, Stundenlohn oder Zuschläge für Nacht und Wochenende. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Verlangt der Handwerker vor Ort völlig überhöhte Preise, sollte sofort die Polizei gerufen werden. Fordern Sie in jedem Fall eine ordentliche Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer, dem Namen des Unternehmers, seiner Adresse und Kontaktdaten.
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