Hannover: Pflegefachkraft durchschaut Schockanruf-Betrug – 20-Jähriger festgenommen

(Symbolbild)

Die Polizei Hannover hat am 2. September 2026 einen 20-jährigen Mann in der Südstadt festgenommen, der als mutmaßlicher Abholer bei einem Schockanruf-Betrug tätig war. Eine Pflegefachkraft erkannte den Betrugversuch und alarmierte geistesgegenwärtig die Polizei. Beamte nahmen den Mann kurz darauf an der Hildesheimer Straße fest.

Eine 86-jährige Frau erhielt am Mittwochnachmittag einen Anruf, in dem sich die anrufende Person als Polizistin ausgab. Sie behauptete, die Tochter der Seniorin habe eine schwangere Frau überfahren. Um die Tochter freizubekommen, sei eine Kaution erforderlich.

Die 55-jährige Pflegefachkraft, die sich bei der 86-Jährigen befand, erkannte sofort, dass es sich um Betrug handelte. Sie übernahm das Telefonat und gab sich gegenüber den Anrufenden als die Seniorin aus. Daraufhin meldeten sich die unbekannten Personen mehrfach zurück. Sie täuschten abwechselnd vor, Polizistinnen, Polizisten, Staatsanwälte und Psychologen zu sein, und setzten massiven Druck auf die vermeintlich Angerufene aus. Schließlich forderten sie 250.000 Euro Bargeld als angebliche Kaution.

Während der Anrufe wählte die Pflegefachkraft den Notruf. Einsatzkräfte des Polizeikommissariats Hannover-Südstadt trafen wenige Minuten später ein und überwachten das Wohnhaus der 86-Jährigen verdeckt. An der Hildesheimer Straße zwischen Im Haspelfelde und Waldhausenstraße erschien schließlich ein Mann, um eine Tasche mit Geld und Wertgegenständen abzuholen. Die Beamtinnen und Beamten griffen ein.

Der 20-Jährige versuchte zu fliehen und rannte über die Hildesheimer Straße in Richtung Döhren. Die Polizistinnen und Polizisten verfolgten ihn, holten ihn ein und nahmen ihn fest. Anschließend brachten sie ihn in das zentrale Polizeigewahrsam.

Nach bisherigem Ermittlungsstand gilt der 20-Jährige als der mutmaßliche Abholer. Die Ermittlungen des Zentralen Kriminaldienstes Hannover richten sich aber auch gegen weitere an der Tat Beteiligte im Hintergrund, die den Schockanruf organisiert und gesteuert haben könnten. Die Identifizierung dieser Personen und ihre jeweiligen Tatbeiträge sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Es wird wegen versuchten gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt.

Die Polizei weist auf ihrer Website unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/schockanrufe/ auf Tipps und Informationen zu Schockanrufen und weiteren Betrugsmaschen hin.


Betrugsfälle in der Region Hannover: der Vergleich mit Land und Bund

In der Region Hannover zählte die Polizei 2025 11.596 Betrugsfälle, das sind 1.016 auf 100.000 Einwohner. Damit steht unser Kreis schlechter als im restlichen Bundesland, wo 740 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Bundesweit sind es 770.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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