Herbst im Straßenverkehr: Polizei warnt vor Nebel, Glätte und Wildwechsel

(Symbolbild)

Mit Beginn des Herbstes steigen die Risiken im Straßenverkehr deutlich. Die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen gibt Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern konkrete Hinweise zum sicheren Verkehrsverhalten in den kommenden Monaten.

„Ab dem Herbst sollte ein besonderer Fokus auf die eigene Sichtbarkeit sowie einen wahrscheinlich längeren Bremsweg gelegt werden“, betont die Polizei. Geringere Temperaturen führen zu überfrierende Nässe auf den Straßen. Auch Herbstlaub und Fahrbahnverschmutzungen durch landwirtschaftlichen Verkehr – das sogenannte „Bauernglatteis“ – sorgen für rutschige Fahrbahnen. Die grobstolligen Reifen von Traktoren und anderen Landmaschinen hinterlassen Erd- oder Lehmklumpen, die zu gefährlichen Glatteisstellen führen. Hinzu kommt: Landwirtschaftliche Fahrzeuge sind durch Verschmutzungen schlechter zu erkennen, und das Überholen dieser oft mit zwei Anhängern ausgestatteten Fahrzeuge dauert länger.

Sichtbarkeit entscheidend

Kürzer werdende Tage und Nebel schränken die Sichtverhältnisse erheblich ein. Besonders wichtig ist die Reinigung der Innenseite der Windschutzscheibe: „Besonders bei tief stehender Sonne oder Gegenlicht macht sich der Unterschied bemerkbar“, erklärt PHK Martin Schwanitz, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion. „Wo vorher Lichtreflexe, Schlieren und kleine Schmutzpartikel die Sicht beeinträchtigten, bleibt nun vor allem eines: freie Sicht auf das Verkehrsgeschehen.“

Fußgänger und Radfahrer sollten mit reflektierenden Warnwesten und heller Kleidung unterwegs sein. Bei Fahrrädern müssen alle Reflektoren vorhanden und die Beleuchtung funktionsfähig sein. Eltern sollten die Räder ihrer Kinder kontrollieren: Fest verbaute Nabendynamos sind zuverlässiger als Batterie-Stecklichter. Moderne Fahrradscheinwerfer müssen so eingestellt sein, dass der Lichtkegel nach unten geneigt ist und andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet. Der hellste Punkt sollte etwa 10 Meter vor dem Fahrrad liegen. Zugelassene Batterielichter erkennt man am Prüfzeichen – ein Wellensymbol gefolgt vom Buchstaben „K“ und einer Ziffernfolge. Blinkendes Fahrradlicht ist nicht erlaubt. Auch reflektierende Schulranzen nach DIN 58124 helfen, Kinder rechtzeitiger zu erkennen.

Ärzte und Mediziner empfehlen das Tragen eines Fahrradhelms über alle Altersgruppen hinweg als einfache und hochwirksame Präventivmaßnahme gegen lebensverändernde oder tödliche Verletzungen.

Gefahren durch reduzierte Geschwindigkeit minimieren

Die Risiken lassen sich vor allem durch geringere Geschwindigkeiten und größere Abstände deutlich senken. Bei Nebel gilt die Faustformel: Die Sichtweite sollte der Fahrgeschwindigkeit entsprechen. Nebelschlussleuchten darf man in Deutschland nur einschalten, wenn die Sichtweite durch Nebel weniger als 50 Meter beträgt – entsprechend dem Abstand zwischen den Leitpfosten auf Landstraßen.

Wildwechsel – erhöhte Unfallgefahr im Herbst

Allgemein muss man ganzjährig mit Wildtieren auf der Fahrbahn rechnen. Im Frühjahr und Herbst steigen die Wildunfallzahlen jedoch deutlich an. Nachts und bei Dämmerung ist das Risiko am höchsten, denn Wildtiere sind bei der Futtersuche unterwegs und versuchen, Fressfeinde zu meiden. Im Herbst fallen Morgen- und Abenddämmerung in den Berufsverkehr – die Unfallwahrscheinlichkeit steigt erheblich. Beschilderte Strecken mit „Wildwechsel“-Warnschildern erfordern besondere Aufmerksamkeit.

Sieht man Wildwechsel: Zunächst Abblenden und Hupen. Dann unter Beachtung des Nachfolgeverkehrs kontrolliert abbremsen. Ausweichen ist gefährlich – es droht eine Kollision mit dem Gegenverkehr oder das Abkommen von der Fahrbahn. Im Zweifel sollte man die Kollision mit dem Tier in Kauf nehmen. Wichtig: Quert ein Tier die Fahrbahn, können weitere Tiere folgen. Bei einem Unfall: Warnweste anziehen, Warnblinker anschalten, Unfallstelle mit Warndreieck absichern und unbedingt Folgeunfälle vermeiden.

E-Scooter und Fahrzeugbeleuchtung

E-Scooter-Fahrer sollten ebenfalls eine Warnweste tragen und auf Helmschutz achten. Bei Glätte ist die Nutzung nicht zu empfehlen.

Ein großes Augenmerk liegt auf der Fahrzeugbeleuchtung. Beim Licht-Test 2025 wurden in Niedersachsen 28,7 Prozent der vorgestellten Pkw wegen Beleuchtungsmängeln bemängelt (2024: 30,1 Prozent). Defekte oder falsch eingestellte Beleuchtung mindert nicht nur die eigene Sicht, sondern auch die Wahrnehmbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer.

Licht-Sicht-Test 2026 – kostenlose Überprüfung

Unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministers Steffen Bilger findet vom 1. bis 31. Oktober die Aktion „Licht-Sicht-Test 2026“ statt. Autofahrer können ihre Beleuchtungsanlagen bei rund 3.400 Meisterbetrieben der Kfz-Innungen in Niedersachsen, bei Prüfstellen der Automobilclubs sowie bei Prüforganisationen kostenlos überprüfen und einstellen lassen. Eine funktionierende Lichtanlage wird mit einer „Licht-Sicht-Test 2026“-Plakette an der Windschutzscheibe quittiert.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Fahranfängern: Bei jungen Erwachsenen ist das Bewusstsein für regelmäßige Fahrzeugkontrollen oft noch nicht ausreichend ausgeprägt. Eine funktionstüchtige und richtig eingestellte Fahrzeugbeleuchtung leistet jedoch einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zum Schutz aller Verkehrsteilnehmer.

Weitere Informationen unter: www.licht-test.de

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

» Weitere Polizeimeldungen aus Niedersachsen