Hundewelpen-Schmuggel an Tankstelle aufgedeckt: Bundespolizei nimmt Ungarn fest

Foto - Freigabe unter der Quelle "Bundespolizei" für redaktionelle Zwecke

An einer Tankstelle in Lindau hat die Bundespolizei in der Nacht zum Samstag (27. Juni) einen mutmaßlichen Hundewelpen-Schmuggler aus Ungarn festgenommen. Der 50-Jährige transportierte in einem Transporter mit ungarischer Zulassung mehrere Hundewelpen, deren Papiere Fälschungsmerkmale aufwiesen.

Die Spur zum Transporter entstand am Freitagabend (26. Juni): Bundespolizisten befragten zwei Fahrer von Fahrzeugen mit Schweizer Zulassung, die aus Österreich einreisten. Beide gaben an, in derselben Nacht im Stadtgebiet Lindau jeweils einen Hundewelpen kaufen zu wollen. Angesichts früherer Vorfälle mit Hundewelpen, dem dubiosen Verkaufsort und der ungewöhnlichen Uhrzeit beschlossen die Beamten, den Sachverhalt zu überprüfen.

Zwei Stunden später beobachteten die inzwischen verstärkten Streifenkräfte an der vereinbarten Übergabe-Tankstelle nicht nur die beiden zuvor kontrollierten Fahrzeuge – sondern auch den Transporter mit ungarischer Zulassung. Bei der Kontrolle fanden die Bundespolizisten sechs Hundekäfige auf der Ladefläche vor. Ein Käfig war leer. Der ungarische Fahrer und sein 22-jähriger Beifahrer gaben zu, einen Hund bereits in Österreich verkauft zu haben.

Sofort beschäftigten die Beamten mehrere Zweifel: Die Papiere der Tiere wirkten gefälscht, der Gesamtzustand der Hunde und des Transporters wirkte unzureichend für einen legalen Tiertransport. Die beiden Ungarn mussten mit ihrer Fracht zum Bundespolizeirevier Lindau fahren. Dort kümmerten sich erfahrene Beamte um die Welpen, während die Kollegen die Dokumente genauer prüften.

In den frühen Morgenstunden zog die Bundespolizei das Veterinäramt hinzu. Die Fachleute bestätigten die Verdachtsmomente: Die Papiere wirkten zweifelhaft, und unter den Hunden befand sich ein Bullterrier. Die Einfuhr dieser Rasse ist in Deutschland verboten.

Die Ermittlungen offenbarten ein Muster: Der 50-jährige Fahrer war bereits 2023 in einem ähnlichen Fall an der tschechischen Grenze wegen Urkundenfälschung und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz angezeigt worden.

Von den rund 3.300 Euro Bargeld, das der Mann bei sich trug, musste er auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kempten 3.200 Euro als Sicherheitsleistung abgeben. Die Bundespolizei zeigte ihn wegen schwerer Urkundenfälschung und schweren Betrugs an. Die Polizeiinspektion Lindau übernahm den Fall und prüft weitere mögliche Vergehen.

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