Nach der Wiedereröffnung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin am 14. Juni werden ICE-Züge und andere Schnellzüge für die Fahrt zwischen den beiden Städten fünf bis zehn Minuten länger als ursprünglich geplant benötigen. Dies bestätigte die Deutsche Bahn gegenüber dem „Tagesspiegel“.
Im Buchungssystem DB Navigator zeigt die Deutsche Bahn für die schnellsten ICE-Züge zwischen den beiden Hauptbahnhöfen derzeit noch eine Fahrzeit von einer Stunde und 47 Minuten an. Eine solche Fahrzeit lässt sich jedoch nicht mehr erreichen. Die Planer sind bereits froh, dass die Zweistundenmarke knapp nicht überschritten wird. Bis zum 30. Juni will die Bahn die Probleme behoben haben. Bis dahin werden die Fahrpläne für Fernverkehrszüge vorsorglich im Minutenbereich angepasst, teilte der Konzern mit.
Grund für die Verzögerungen sind Probleme mit der Stellwerkstechnik – konkret mit dem Zugsicherungssystem LZB, das von Fernzügen verwendet wird und auf dieser Strecke Geschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometer pro Stunde ermöglicht. Zwei modernisierte LZB-Zentralen haben die Prüfer nach Informationen der Zeitung noch nicht abgenommen. An den beiden Zentralen hängen mehrere Stellwerke.
Auf den betroffenen Streckenabschnitten zwischen Berlin-Spandau und Hagenow-Land bei Schwerin können die Schnellzüge deshalb nicht mit der LZB-Technik gesichert werden. Stattdessen kommt vorerst die PZB-Technik zum Einsatz, die für Regional- und Güterzüge gedacht ist und nur Tempo 160 erlaubt.
Die Deutsche Bahn muss sich mit der gesamten Branche auf einen neuen Fahrplan für die Strecke einigen. Da diese Gespräche noch ausstehen, ist auch noch nicht klar, wie viel länger die ICE-Züge am Ende tatsächlich brauchen werden.