Die Stimmung unter deutschen Unternehmen hat sich im April deutlich verschlechtert und den niedrigsten Wert seit Mai 2020 erreicht. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank auf 84,4 Punkte, nach 86,4 Zählern im Februar, wie das Ifo-Institut am Freitag mitteilte.
Die Unternehmen blicken erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate und bewerteten auch ihre aktuelle Lage schlechter. Der Irankrieg treffe die deutsche Wirtschaft hart, erklärte das Ifo-Institut.
Im Verarbeitenden Gewerbe verschlechterte sich das Geschäftsklima aufgrund deutlich pessimistischerer Erwartungen, insbesondere in der chemischen Industrie. Die Bewertung der aktuellen Lage fiel hingegen etwas besser aus. Die Unternehmen berichteten allerdings zunehmend von Lieferengpässen bei Vorprodukten.
Der Dienstleistungssektor verzeichnete einen deutlichen Rückgang des Index. Der Einbruch der Erwartungen setzte sich fort, auch die Urteile zur aktuellen Lage fielen weniger gut aus. Speziell die Logistik steht unter Druck – dort sind die Aussichten düster.
Im Handel gab das Geschäftsklima stark nach. Die Unternehmen korrigierten ihre Urteile sowohl bei der aktuellen Lage als auch bei den Erwartungen spürbar nach unten. Die Einzelhändler sorgen sich insbesondere, dass sich die Konsumenten aufgrund der Inflation stärker zurückhalten.
Besonders dramatisch entwickelte sich das Bauhauptgewerbe: Dort brach das Geschäftsklima ein. Die Erwartungen gaben fast um 10 Punkte nach, und die Unternehmen waren mit den laufenden Geschäften deutlich weniger zufrieden. Die Hoffnungen auf einen Aufschwung sind vorerst dahin.