Die deutschen Importpreise sind im April 2026 um 5,3 Prozent höher gewesen als im April 2025. Das war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Januar 2023, als ebenfalls 5,3 Prozent gegenüber Januar 2022 verzeichnet wurden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, stiegen die Einfuhrpreise im April 2026 gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent.
Im März 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat noch bei 2,3 Prozent gelegen, im Februar 2026 bei minus 2,3 Prozent. Auch die Exportpreise zogen deutlich an: Sie waren im April 2026 um 2,9 Prozent höher als im April 2025 – der stärkste Anstieg seit März 2023, als 3,3 Prozent gegenüber März 2022 erreicht wurden. Gegenüber März 2026 stiegen die Ausfuhrpreise um 0,8 Prozent.
Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise hatten der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter mit 7,8 Prozent gegenüber April 2025 und für Energie mit 31,0 Prozent. Gegenüber März 2026 verteuerten sich Vorleistungsgüter um 2,4 Prozent und Energie um 2,8 Prozent. Stärker als im April waren die Einfuhrpreise für Energie zuletzt im Oktober 2022 gestiegen, als 63,0 Prozent gegenüber Oktober 2021 verzeichnet wurden.
Bei den Vorleistungsgütern waren insbesondere Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug mit 27,6 Prozent deutlich teurer als im Vorjahresmonat, darunter Edelmetalle und deren Halbzeug mit 49,9 Prozent. Auch die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen deutlich über denen von April 2025 mit 22,9 Prozent. Destatis führt dies auf Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten zurück, die die Düngemittelpreise auch im Vormonatsvergleich deutlich ansteigen ließen – um 7,6 Prozent.
Noch stärker wirkte sich der Krieg im Nahen Osten auf die Erdöl-, Erdgas-, Steinkohle- und Mineralölpreise aus. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Preise für Mineralölerzeugnisse um 58,1 Prozent, Erdöl um 47,5 Prozent, Steinkohle um 8,1 Prozent und Erdgas um 6,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat März 2026 wurden fast alle Energieträger teurer: Steinkohle um 3,1 Prozent, Erdöl um 7,5 Prozent und Mineralölerzeugnisse um 3,1 Prozent, darunter insbesondere Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin mit 2,7 Prozent. Nur Erdgas wurde im Vormonatsvergleich um 0,4 Prozent preiswerter.
Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im April 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,8 Prozent und um 1,0 Prozent gegenüber März 2026. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 2,9 Prozent über dem Stand von April 2025 und 0,9 Prozent über März 2026.
Importierte Investitionsgüter waren im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich teurer, um 1,5 Prozent gegenüber April 2025 und um 0,5 Prozent gegenüber März 2026. Importierte landwirtschaftliche Güter waren im April 2026 im Durchschnitt 4,7 Prozent billiger als im Vorjahresmonat und 2,2 Prozent günstiger als im März 2026.
Die Preise für Rohkakao lagen 51,1 Prozent unter denen von April 2025, stiegen jedoch im Vormonatsvergleich gegenüber März 2026 um 1,3 Prozent. Lebende Schweine waren mit minus 17,1 Prozent ebenfalls günstiger als im April 2025, wurden aber im Vormonatsvergleich mit 4,7 Prozent deutlich teurer. Rohkaffeeimporte waren 16,6 Prozent preiswerter als vor einem Jahr und 1,9 Prozent preiswerter als im Vormonat. Für importiertes Getreide wurde im April 2026 ebenfalls weniger bezahlt als im April 2025 mit minus 6,1 Prozent, auch gegenüber dem Vormonat März 2026 kostete es geringfügig weniger mit minus 0,1 Prozent. Dagegen waren insbesondere Tomaten im Vorjahresvergleich deutlich teurer mit 25,8 Prozent gegenüber April 2025, gegenüber März 2026 waren sie jedoch günstiger mit minus 8,5 Prozent.
Importierte Konsumgüter waren im April 2026 um 1,4 Prozent preiswerter als im Vorjahr, aber 0,1 Prozent teurer als im März 2026. Die Preise für Gebrauchsgüter lagen 0,2 Prozent unter denen des Vorjahresmonats und 0,1 Prozent über März 2026, Verbrauchsgüter waren im Vorjahresvergleich 1,7 Prozent billiger und 0,1 Prozent teurer als im Vormonat. Für Nahrungsmittel allgemein musste 5,4 Prozent weniger bezahlt werden als im April 2025, aber 0,2 Prozent mehr als im März 2026.
Preisrückgänge gab es unter anderem bei Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl mit minus 57,2 Prozent, Frucht- und Gemüsesäften mit minus 26,3 Prozent, Milch und Milcherzeugnissen mit minus 13,3 Prozent sowie Schweinefleisch mit minus 13,3 Prozent. Teurer als im April 2025 waren vor allem geschälte Haselnüsse mit 29,7 Prozent und Rindfleisch mit 6,6 Prozent.
Bei den Exportpreisen hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter aufgrund ihres hohen Anteils am Gesamtindex den größten Einfluss auf die Vorjahresveränderungsrate. Die Vorleistungsgüterpreise lagen im Durchschnitt 4,3 Prozent über denen von April 2025 und 1,7 Prozent über denen von März 2026. Bei Investitionsgütern lag das Preisniveau 1,6 Prozent über dem von April 2025 und 0,3 Prozent über März 2026. Zusammen decken beide Gütergruppen fast 75 Prozent der ausgeführten Waren ab.
Auch bei den Ausfuhrpreisen waren die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren: Die Preise für Energieexporte lagen um 27,0 Prozent über denen von April 2025 und um 4,0 Prozent über denen von März 2026. Vor allem die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen deutlich um 52,4 Prozent. Darunter waren Exporte von Flugturbinentreibstoff aus Kerosin 106,3 Prozent teurer als im Vorjahr, zum Vormonat März 2026 wurden sie jedoch preiswerter mit minus 2,8 Prozent. Auch Erdgas war gegenüber April 2025 teurer geworden mit 7,9 Prozent.
Landwirtschaftliche Güter wurden 5,7 Prozent preiswerter exportiert als im Vorjahresmonat, gegenüber März 2026 fielen die Preise hier um 0,7 Prozent. Auch Konsumgüter mit einem Exportanteil von etwa 21 Prozent waren preiswerter als im April 2025 mit minus 0,3 Prozent, aber 0,2 Prozent teurer gegenüber März 2026.
Während die Preise für Verbrauchsgüter 0,7 Prozent unter denen von April 2025 lagen und 0,3 Prozent über März 2026, waren die Preise für Gebrauchsgüter 1,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat und 0,3 Prozent höher als im Vormonat. Bei den exportierten Verbrauchsgütern fielen insbesondere die Preise für Nahrungsmittel mit minus 5,4 Prozent gegenüber April 2025, aber plus 0,1 Prozent gegenüber März 2026.
Die Preise für Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaofett, Kakaoöl und Kakaopulver waren mit minus 35,5 Prozent deutlich niedriger als im April 2025, aber 0,3 Prozent höher als im März 2026. Milch und Milcherzeugnisse waren mit minus 11,5 Prozent im Durchschnitt deutlich billiger als vor einem Jahr, aber 1,2 Prozent teurer als im Vormonat, darunter besonders Butter und andere Fettstoffe aus Milch mit minus 41,3 Prozent gegenüber April 2025 und plus 1,9 Prozent gegenüber März 2026. Dagegen wurde Rindfleisch, frisch oder gekühlt, zu 14,3 Prozent höheren Preisen exportiert als im April 2025, aber 1,4 Prozent günstiger als im März 2026.