Die Inflation im Euroraum ist im Mai 2026 erneut gestiegen und liegt nun bei 3,2 Prozent. Dies teilte die EU-Statistikbehörde Eurostat am Dienstag mit. Im April hatte die jährliche Teuerungsrate noch bei 3,0 Prozent gelegen. Als Grund für den Anstieg nennt Eurostat die anhaltende Unsicherheit im Nahen Osten. Gegenüber dem Vormonat April legten die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent zu.
Besonders stark entwickelte sich die Kerninflation, die Preise ohne die schwankungsanfälligen Bereiche Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak umfasst. Sie kletterte von 2,2 Prozent im April auf 2,5 Prozent im Mai. Die Europäische Zentralbank beobachtet diese Kernrate besonders aufmerksam, da sie für ihr Ziel einer Inflation von zwei Prozent von zentraler Bedeutung ist.
Bei den einzelnen Komponenten der Inflation führt der Energiebereich mit einer jährlichen Teuerungsrate von 10,9 Prozent, nach 10,8 Prozent im April. Dienstleistungen verteuerten sich um 3,5 Prozent gegenüber 3,0 Prozent im Vormonat. Der Bereich Lebensmittel, Alkohol und Tabak verzeichnete einen Preisanstieg von 2,0 Prozent, was einen Rückgang gegenüber den 2,4 Prozent im April bedeutet. Industriegüter ohne Energie legten um 0,9 Prozent zu, nach 0,8 Prozent im April.
Zwischen den Euroländern zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Inflationsentwicklung. Malta weist mit 2,1 Prozent die niedrigste Teuerungsrate auf, während Bulgarien mit 6,3 Prozent die höchste Inflation verzeichnet. Für Deutschland ermittelte Eurostat eine Inflationsrate von 2,7 Prozent. Diese Zahl weicht von der Berechnung des Statistischen Bundesamtes ab, das am Freitag eine Teuerungsrate von 2,6 Prozent gemeldet hatte. Der Unterschied erklärt sich durch verschiedene Berechnungsmethoden der beiden Statistikbehörden.