Inflation steigt auf 2,9 Prozent – Energiepreise durch Iran-Krieg stark gestiegen

via dts Nachrichtenagentur

Die Inflationsrate in Deutschland ist im April auf 2,9 Prozent gestiegen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigte am Dienstag den Anstieg der Teuerung gegenüber dem Vorjahresmonat. Im März hatte die Inflationsrate noch 2,7 Prozent betragen, im Februar 1,9 Prozent.

So hoch wie im April 2026 war die Inflationsrate zuletzt im Januar 2024 gewesen. „Der erneute Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs hat im zweiten Monat in Folge die Gesamtteuerung verstärkt“, sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. Besonders der anhaltende Preisdruck bei Kraftstoffen sei für die Verbraucher deutlich spürbar. Gegenüber dem Vormonat März 2026 stiegen die Verbraucherpreise im April 2026 um 0,6 Prozent.

Die Energiepreise insgesamt lagen im April um 10,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Nach einem Preisrückgang von -1,9 Prozent im Februar stiegen sie bereits im März um 7,2 Prozent. Diese Preisanstiege seien maßgeblich auf die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten und die dadurch ausgelöste Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt zurückzuführen, erklärten die Statistiker.

Besonders deutlich verteuerten sich Kraftstoffe um 26,2 Prozent binnen Jahresfrist. Das Statistische Bundesamt verwies darauf, dass die Preissteigerungen für Energieprodukte unmittelbar nach Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich stärker ausgefallen waren als in früheren Öl- und Wirtschaftskrisen.

Noch stärker stieg der Preis für leichtes Heizöl mit 55,1 Prozent gegenüber April 2025. Aufgrund des geringen Anteils von leichtem Heizöl an den Konsumausgaben der privaten Haushalte war Haushaltsenergie insgesamt mit -0,3 Prozent allerdings nach wie vor günstiger als im Vorjahresmonat. Strom (-4,5 Prozent), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-3,0 Prozent) und Fernwärme (-1,1 Prozent) blieben gegenüber April 2025 weiterhin günstiger. Dies sei unter anderem auf bereits seit Jahresbeginn umgesetzte Maßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen. Die aktuellsten Entlastungen wie die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe wirkten sich noch nicht aus, da sie erst zum 1. Mai in Kraft traten.

Bei den Nahrungsmitteln stiegen die Preise um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (März: +0,9 Prozent). Preiserhöhungen zeigten sich vor allem bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (+6,6 Prozent, darunter Schokoladen: +9,7 Prozent). Teurer wurden auch Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+3,7 Prozent), Fleisch und Fleischwaren sowie Obst (beide +3,6 Prozent).

Verbraucher profitierten von günstigeren Preisen für Speisefette und Speiseöle (-13,9 Prozent, darunter Butter: -25,4 Prozent; Olivenöl: -8,9 Prozent). Zudem verbilligten sich Kartoffeln (-14,4 Prozent) und Molkereiprodukte (-5,6 Prozent), während sich die Preise für Eier (+14,6 Prozent) deutlich erhöhten.

Die Inflationsrate ohne Energie lag im April 2026 bei 2,2 Prozent, ohne Heizöl und Kraftstoffe bei 1,9 Prozent. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie betrug 2,3 Prozent.

Waren verteuerten sich insgesamt um 2,9 Prozent. Verbrauchsgüter stiegen um 4,2 Prozent und Gebrauchsgüter um 0,6 Prozent. Neben Energieprodukten (+10,1 Prozent) und Nahrungsmitteln (+1,2 Prozent) wurden auch alkoholfreie Getränke (+4,1 Prozent, darunter Kaffee, Tee und Kakao: +11,2 Prozent) und Tabakwaren (+6,2 Prozent) teurer. Preisrückgänge zeigten sich bei Haushaltsgroßgeräten (-2,4 Prozent) und Geräten der Unterhaltungselektronik (-6,1 Prozent).

Die Preise für Dienstleistungen stiegen um 2,8 Prozent und lagen damit knapp unter der Gesamtteuerung. Besonders stark verteuerten sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,8 Prozent) sowie die kombinierte Personenbeförderung (+6,2 Prozent). Auch die Preise für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,0 Prozent), Freizeit- und Kulturdienstleistungen (+3,9 Prozent), Wasserversorgung und andere Dienstleistungen an der Wohnung sowie Gaststättendienstleistungen (beide +3,2 Prozent) stiegen deutlich. Die Nettokaltmieten erhöhten sich um 1,8 Prozent. Nur wenige Dienstleistungen waren günstiger, darunter Pauschalreisen (-3,5 Prozent).

Im Monatsvergleich stiegen die Energiepreise infolge der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten erneut um 2,1 Prozent (März gegenüber Februar: +7,7 Prozent). Insbesondere beim Kauf von leichtem Heizöl (+4,7 Prozent) und Kraftstoffen (+4,3 Prozent, darunter Dieselkraftstoff: +6,1 Prozent) mussten Verbraucher einen spürbaren Preisanstieg hinnehmen. Die Nahrungsmittelpreise stiegen moderat um 0,4 Prozent. Teurer wurden frisches Gemüse (+4,4 Prozent) und Kartoffeln (+3,3 Prozent), günstiger hingegen frisches Obst (-1,0 Prozent). Auch Flugtickets (-3,2 Prozent) und Pauschalreisen (-2,9 Prozent) wurden im April günstiger gegenüber März.

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