Heute, am 12. Juni, begehen die Vereinten Nationen den Internationalen Tag gegen Kinderarbeit. Dieser wurde 2002 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ins Leben gerufen, um auf das weltweite Problem der Kinderarbeit aufmerksam zu machen und den Kampf gegen die Ausbeutung von Minderjährigen zu verstärken.
Der Gedenktag entstand aus der Erkenntnis, dass Millionen von Kindern weltweit ihrer Kindheit und Bildungschancen beraubt werden, weil sie arbeiten müssen statt zur Schule zu gehen. Kinderarbeit ist dabei nicht nur ein Problem der Vergangenheit, sondern eine aktuelle globale Herausforderung, die eng mit Armut, mangelndem Zugang zu Bildung und schwachen sozialen Sicherungssystemen verknüpft ist.
Nach neuesten Schätzungen der ILO sind weltweit etwa 160 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen – das ist fast jedes zehnte Kind. Besonders betroffen sind Regionen in Afrika südlich der Sahara, wo 23 Prozent aller Kinder arbeiten müssen. Etwa die Hälfte der betroffenen Kinder verrichtet gefährliche Arbeiten, die ihre Gesundheit, Sicherheit oder moralische Entwicklung gefährden. Die Corona-Pandemie hat die Situation zusätzlich verschärft und könnte die Zahl arbeitender Kinder um bis zu neun Millionen erhöhen.
Weltweit finden am heutigen Tag zahlreiche Veranstaltungen statt, um das Bewusstsein für Kinderarbeit zu schärfen. Regierungen, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und Nichtregierungsorganisationen organisieren Konferenzen, Kampagnen und Informationsveranstaltungen. Unternehmen werden aufgerufen, ihre Lieferketten zu überprüfen und sicherzustellen, dass ihre Produkte nicht durch Kinderarbeit hergestellt werden. Bildungseinrichtungen nutzen den Tag für Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit.
Weitere Gedenktage am 13. Juni: Der Tag der Nähmaschine würdigt die Erfindung dieses wichtigen Haushalts- und Industriegeräts. In den USA wird außerdem der Nationale Tag des Rosé-Weins begangen, der die Vielfalt und Beliebtheit des Roséweins feiert.