Jens Spahn tritt als Unionsfraktionschef zurück

via dts Nachrichtenagentur

Jens Spahn hat sein Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion niedergelegt. Der Politiker teilte seine Entscheidung am Samstag in einem Schreiben an die Fraktionsmitglieder mit und informierte zugleich die Parteivorsitzenden Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU) über seinen Rückzug.

Zur Begründung seines Schritts verweist Spahn auf einen wachsenden „Spagat“ zwischen seiner privaten Entscheidung, ein Kind durch Leihmutterschaft zu bekommen, und der „nachvollziehbaren Erwartung“ an ihn als Fraktionsvorsitzender. Dieser Widerspruch sei „größer geworden, als er es erwartet habe“, heißt es in der Mitteilung.

Spahn kritisiert zudem die „zunehmende Unerbittlichkeit“ in der öffentlichen Auseinandersetzung, die ihn „sehr nachdenklich“ gemacht habe. Er appelliert an seine Fraktionskollegen: „Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben. Denn das zeichnet uns als christlich-demokratische Volksparteien der Mitte aus.“ Seine Familie sei ihm „das Wichtigste“ geworden, erklärt der CDU-Politiker weiter.

Die Ankündigung von Spahns Vaterschaft hatte eine intensive Debatte ausgelöst. Der Politiker und sein Partner nutzten offenbar eine Leihmutter im Ausland, obwohl sich Spahn in der deutschen Politiklandschaft dafür eingesetzt hatte, Leihmutterschaft weiterhin zu verbieten.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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