Kassel: Sieben weitere Tatverdächtige in Erpressungs- und Brandstiftungsserie identifiziert

(Symbolbild)

In Kassel ermitteln die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei mit Hochdruck gegen eine Bande, die Geschäftsinhaber und Privatpersonen mit Brandanschlägen erpresst hat. Inzwischen konnten die Ermittler sieben weitere Tatverdächtige identifizieren; fünf von ihnen wurden festgenommen.

Einer der Festgenommenen ist ein 20 Jahre alter Mann aus Kassel. Er sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Ermittler verdächtigen ihn, am 28. August 2026 in der Kurt-Schumacher-Straße und am 4. September 2026 im Kasseler Ostring Brandsätze auf ein Bistro und einen 23-jährigen Mann geworfen zu haben. Im Fall des Wurfes im Ostring wird wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Darüber hinaus soll der Mann für eine Brandstiftung verantwortlich sein, die sich bereits am 28. März 2026 im Außenbereich eines Restaurants in der Leipziger Straße ereignet hatte. Diese Brandstiftung gehört nun ebenfalls zum Ermittlungskomplex.

Ein 21-jähriger Mann aus Kaufungen und ein 19-Jähriger aus Kassel wurden festgenommen. Sie sollen als Fahrer der Fluchtfahrzeuge bei den Taten im August und September fungiert haben. Ein weiterer 21-Jähriger aus Kassel sitzt bereits in Untersuchungshaft; er wurde am 7. September 2026 bei einer Geldübergabe in der Kasseler Innenstadt festgenommen, die mit einer Erpressung verbunden war. Zwei weitere Vermittler aus Kassel wurden festgenommen, später aber wieder freigel­assen, da die Voraussetzungen für Untersuchungshaft nicht vorlagen.

Nach bisherigem Ermittlungsstand sind zwei Männer die Initiatoren der Erpressungen und beauftragten die Tatverdächtigen. Sie halten sich nach derzeitigem Wissen außerhalb Europas auf, haben aber Bezüge nach Kassel. Die Festgenommenen waren nach den Erkenntnissen der Ermittler nicht die Initiatoren, sondern führten die Befehle aus.

Daneben ermittelt die AG Bistro zu einer weiteren Brandstiftung am 12. September 2026 gegen 00:30 Uhr in der Werner-Heisenberg-Straße. Dort wurde ein Pkw auf dem Gelände eines Gebrauchtwagenhändlers vorsätzlich in Brand gesetzt. Das Feuer griff auf weitere Fahrzeuge über. Der Gesamtsachschaden liegt bei rund 40.000 Euro. Die Täter dieses Brandes konnten bislang nicht ermittelt werden.

Belohnung für Hinweise ausgesetzt

Die Staatsanwaltschaft Kassel setzt eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro aus. Sie wird gezahlt für Hinweise, die zur Identifizierung der Täter der Brandstiftung am 12. September 2026 in der Werner-Heisenberg-Straße führen oder Beweismittel für diese Tat beschaffen. Die Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen bestimmt. Beamte und Angestellte, zu deren Berufspflicht die Verfolgung von Straftaten gehört, erhalten sie nicht. Die Zuerkennung und Verteilung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges.

Die Polizei bittet mögliche weitere Opfer, die im Bereich Kassel in den vergangenen Wochen erpresst wurden oder Geldforderungen unter Androhung von Brandanschlägen erhielten, sich zu melden. Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Nordhessen unter Telefon 0561-9100 entgegen.


Wie viele dieser Fälle aufgeklärt werden

Von 42 Brandstiftungen in Kassel konnte die Polizei 2025 22 aufklären, das sind 52,4 Prozent. Damit steht unsere Stadt besser als das Land, wo 41,9 Prozent der Fälle aufgeklärt wurden. Bundesweit waren es 45,1 Prozent.

Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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