Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg ist aus polizeilicher Sicht erfolgreich verlaufen. Vom 13. bis 17. Mai besuchten täglich mehrere tausend Menschen die Großveranstaltung in der Würzburger Innenstadt. Das Polizeipräsidium Unterfranken war mit Beamten aus der Region und bayerischen Verstärkungseinheiten im Einsatz.
Insgesamt fanden über 1.000 Einzelveranstaltungen, Versammlungen und Empfänge an rund 60 Örtlichkeiten in der Innenstadt und am Mainufer statt. Die größten Ereignisse waren die Eröffnungsfeier auf dem Residenzplatz mit rund 9.000 Teilnehmern sowie zwei Gottesdienste am Donnerstag und Sonntag mit 11.000 beziehungsweise 14.000 Besuchern. Bei allen drei Großveranstaltungen kam es zu keinen gravierenden Zwischenfällen oder Straftaten.
Die Polizei betreute auch zahlreiche Versammlungen während der Veranstaltungstage. Die größte fand am Freitagvormittag im Bereich der Pleichertorstraße statt, an der nach polizeilicher Schätzung rund 700 Personen in der Spitze teilnahmen. Die Beamten sicherten die Versammlung mit Verkehrssperrungen ab und waren mit Kommunikationsteams vor Ort. Das Versammlungsgeschehen verlief friedlich. Vereinzelt leiteten die Polizisten Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen des Anfangsverdachts der Beleidigung sowie wegen des Anlegens von Vermummung. Ein Lied war von Seiten der Versammlungsteilnehmer abgespielt worden, dessen Inhalte ebenso den Anfangsverdacht einer Straftat begründeten.
Einen 28-jährigen Mann nahmen die Polizisten am Donnerstagvormittag fest, nachdem er im Bereich des Barbarossaplatzes gegenüber Passanten Äußerungen über geplante Gewalttaten von sich gegeben hatte. Die Passanten reagierten richtig und informierten die Polizei. Die Beamten im Stadtgebiet fahndeten umgehend nach dem Mann und nahmen ihn wenig später in der Eichhornstraße in Gewahrsam. Bei der Fahndung erhielten sie entscheidende Hinweise aus der Videoüberwachung am Barbarossaplatz. Waffen führte der rumänische Staatsangehörige nicht mit sich, auch anderweitige Hinweise auf eine Gefährlichkeit ergaben sich nicht. Der Mann wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen aus dem Gewahrsam entlassen und mit einem Platzverweis für die Innenstadt belegt.
Die Deutsche Flugsicherung hatte während der Veranstaltungstage für das Stadtgebiet von Würzburg eine Flugverbotszone für Drohnen eingerichtet. In dem Bereich war es verboten, unbemannte Luftfahrsysteme ohne Genehmigung der Polizei zu starten. Zur Überwachung des Luftraums waren auch Beamte des Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrums der Bayerischen Polizei im Einsatz. Diese stellten mehrere Drohnen fest, die während des Verbots in der Zone geflogen wurden. In sechs Fällen wurden die Piloten ausfindig gemacht und angetroffen. Diese müssen sich nun in Ordnungswidrigkeitenverfahren verantworten. In einem Fall wurde die Drohne technisch übernommen und sichergestellt. Bei allen festgestellten Drohnen handelte es sich um frei verkäufliche Hobbymodelle.
Mehrere Plätze wurden als Veranstaltungsflächen genutzt und waren somit nicht als Park- oder Verkehrsraum nutzbar. Ein eigener Abschnitt für den Verkehr war täglich im Einsatz, um entsprechend aufzuklären und wenn nötig lenkend einzugreifen. Beeinträchtigungen konnten mit Blick auf die Vielzahl der Örtlichkeiten in der Gesamtschau geringgehalten werden. Entsprechende Verkehrshinweise über geplante Straßensperren, Einschränkungen und Umleitungen wurden frühzeitig über die polizeilichen Kanäle und auch durch die Stadt Würzburg veröffentlicht.
Während der Veranstaltungstage konnten die Polizisten bei drei Vermisstenfällen helfen. Ein dementer Senior und zwei Kinder waren durch Angehörige vermisst gemeldet worden. Die Beamten im Stadtgebiet konnten die Vermissten antreffen und mit ihren Angehörigen zusammenführen.
Die unterfränkische Polizei zieht eine durchwegs positive Bilanz. Von der Planung bis zur Durchführung bestätigte sich ein professionelles und abgestimmtes Miteinander mit der Stadt Würzburg, den Partnern der Blaulichtorganisationen und dem Veranstalter. Für die Polizisten bleiben neben der erfolgreichen Erfüllung ihrer Aufgaben insbesondere die vielen positiven Kontakte mit den Menschen im Stadtgebiet in Erinnerung.