Ausgehend vom Klimacamp im Lippepark in Hamm haben am Freitag mehrere hundert Aktivisten in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens protestiert. Dabei kam es zu nicht angemeldeten Aktionen und dem Eindringen in Industrieanlagen, wie die Polizei Dortmund mitteilte.
Der schwerste Zwischenfall ereignete sich am Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen: Gegen 10.35 Uhr drangen rund 300 Personen in den Bereich der Anlage an der Glück-Auf-Straße ein. Die Polizei sicherte sofort das Betriebsgelände ab. Wegen der Bedeutung des Kraftwerks als kritische Infrastruktur stand deren Schutz sowie die Sicherheit aller Beteiligten im Mittelpunkt des Einsatzes.
In Mülheim an der Ruhr blockierten ab etwa 5 Uhr morgens rund 120 Personen die Zufahrt eines Stahlwerks an der Friedrich-Ebert-Straße. Gegen 6 Uhr verschafften sich etwa 120 Personen unbefugt Zutritt zum Gelände eines metallverarbeitenden Betriebes an der Sandstraße. Im Laufe des Tages schlossen sich weitere Personen an. Die Aktivisten hielten sich unter anderem auf Gleisanlagen auf und bestiegen Betriebsgebäude. Die Polizei löste die Aktion auf und führte rund 150 Personen dem Polizeipräsidium Dortmund zur Identitätsfeststellung zu.
Am Morgen hatte zunächst in Hamm ein Aufzug mit mehreren hundert Teilnehmenden stattgefunden, der vom Klimacamp startete. Dabei kam es vereinzelt zur Missachtung polizeilicher Anweisungen. Die Polizei begleitete die Versammlung bis zu ihrem Ende gegen Mittag. Anschließend reisten zahlreiche Teilnehmende zu weiteren Protestaktionen in Nordrhein-Westfalen.
Parallel fand auf dem RWE-Platz in Essen eine angemeldete Versammlung von elf Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten statt. Nach Beendigung entfernten sich die Teilnehmenden.
Im Bereich eines ehemaligen Kraftwerksstandortes an der Frankfurter Straße in Voerde erschienen im Tagesverlauf etwa 300 Personen. Teilnehmende versuchten, auf das Gelände zu gelangen. Polizisten verhinderten das Eindringen und sichern weiterhin den Bereich.
„Unangemeldete Aktionen, nicht angemeldete Versammlungen sowie die Begehung von Straftaten können jedoch dazu führen, dass Schutz- und Betreuungsmaßnahmen von Versammlungsteilnehmenden nicht jederzeit und unmittelbar im erforderlichen Umfang sichergestellt werden können“, erklärte Einsatzleiter Stefan Schacht. Er appellierte an alle Beteiligten, sich friedlich zu verhalten und die rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten.
Die Polizei leitete entsprechende Strafverfahren ein und prüft mögliche weitere Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Das Klimacamp im Lippepark bildet seit mehreren Tagen den Ausgangspunkt verschiedener Versammlungen und Protestaktionen.