Die Finanzlücke der gesetzlichen Krankenkassen fällt deutlich größer aus als das Bundesgesundheitsministerium bisher kalkuliert hatte. Nach Informationen der „Bild“ rechnet das Ministerium im laufenden Jahr mit 3,5 Milliarden Euro höheren Ausgaben als ursprünglich angenommen.
Die Ausgaben der Krankenkassen für Ärzte, Arzneimittel und Kliniken stiegen von Januar bis März um 7,8 Prozent. Das Ministerium war bislang von einem deutlich geringeren Anstieg von 6,5 Prozent für das Gesamtjahr ausgegangen.
Die Finanzierungslücke wird erst im Folgejahr wirksam. Das geplante Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht ein Finanzpolster für die Krankenkassen von einer Milliarde Euro vor. Trotz dieser Maßnahme dürfte die Finanzierungslücke im Jahr 2027 bei 2,5 Milliarden Euro liegen, wie Koalitionskreise mitteilten.
Für die weiteren Jahre prognostiziert das Ministerium eine kontinuierliche Verschlechterung der Finanzlage: 2028 wird die Lücke auf 1,9 Milliarden Euro beziffert, für 2029 auf 4,4 Milliarden Euro und für 2030 auf rund 5,8 Milliarden Euro. Am Freitag berät der Bundestag in erster Lesung über die Gesundheitsreform.