Kreis Warendorf warnt vor Geisterradeln: Kleine Regelbrüche, große Risiken

Am 10.7.2026 kümmerten sich Christian Lieftüchter vom Bezirksdienst Ahlen, Henning Kellermann von der Stadt Ahlen, Stephanie Baden von der Verkehrsunfallprävention und Frank Buntrock von der Stadt Ahlen um die Auffrischung alter und dem Aufsprühen neuer Geisterradlerwarnhinweise in Ahlen.

Die Polizei im Kreis Warendorf startet eine Verkehrssicherheitskampagne gegen das sogenannte Geisterradeln – das Fahren von Fahrrädern und E-Scootern entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. Dieses Verhalten führt immer wieder zu gefährlichen Situationen auf Radwegen und Straßen und stellt eine erhebliche Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer dar.

Das Problem liegt in der mangelnden Erwartbarkeit: Radwege und Kreuzungen sind auf den regulären Verkehrsfluss ausgelegt. Andere Verkehrsteilnehmer rechnen nicht damit, dass ein Fahrrad oder E-Scooter plötzlich aus der falschen Richtung kommt. Autofahrer achten beim Abbiegen normalerweise auf Radverkehr aus der vorgesehenen Richtung. Kommt ein Fahrzeug unerwartet von der anderen Seite, sinkt die Reaktionszeit dramatisch. Auch für Fußgänger entstehen zusätzliche Risiken, besonders auf gemeinsam genutzten Wegen.

Die Unfallstatistiken sind eindeutig: Untersuchungen zur Verkehrssicherheit zeigen, dass das Unfallrisiko beim Fahren entgegen der Fahrtrichtung deutlich erhöht ist. Besonders an Kreuzungen und Grundstücksausfahrten kommt es vermehrt zu Kollisionen. Die möglichen Folgen reichen von Beinahe-Unfällen über Sachschäden bis hin zu schweren Verletzungen.

Die Polizei ahndet das Geisterradeln mit Verwarnungsgeldern zwischen 20 und 35 Euro. Doch es geht nicht um Geldstrafen, sondern um Sicherheit. Die Kampagne appelliert an Radfahrer und E-Scooter-Fahrer, Radwege ausschließlich in der freigegebenen Fahrtrichtung zu nutzen, die Straßenseite nur an dafür vorgesehenen Stellen zu wechseln und Verkehrszeichen sowie Fahrbahnmarkierungen zu beachten. Im Zweifelsfall sollten Umwege eingeplant werden, wenn dies für die regelkonforme Fahrt notwendig ist.

Die zentrale Botschaft der Warendorfer Polizei lautet: Verkehrssicherheit basiert auf gegenseitiger Erwartbarkeit. Regeln im Straßenverkehr dienen nicht der Schikane, sondern helfen dabei, das Verhalten aller Beteiligten vorhersehbar zu machen. Wer in der richtigen Fahrtrichtung unterwegs ist, trägt aktiv dazu bei, Unfälle zu vermeiden und den Verkehrsraum für alle sicherer zu gestalten. Das Motto der Kampagne lautet: „Richtig fahren. Sicher ankommen. Kein Geisterradeln.“

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