Die Zahl der Kriegsdienstverweigerungen in Deutschland ist nach Einführung des neuen Wehrdienstes deutlich in die Höhe geschossen. Bis Ende Mai dieses Jahres wurden bereits 2.667 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben rechtskräftig anerkannt. Damit zeichnet sich für 2024 ein Höchststand seit 2011 ab.
Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2023 lag die Zahl der anerkannten Verweigerungsanträge bei 2.830. Diese Quote wird im laufenden Jahr bereits im ersten Halbjahr übertroffen. Die aktuelle Entwicklung steht in stark Kontrast zur Situation nach Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011. Damals brach die Zahl der Verweigerungen regelrecht ein: von 87.590 Anträgen im Jahr 2010 auf 5.177 im Jahr 2011, danach weiter auf nur noch 370 im Jahr 2012. Seit der aufgeflammten Debatte um einen neuen Wehrdienst steigen die Zahlen wieder spürbar an.
Parallel zu dieser Entwicklung gibt es auch eine Gegenbewegung: Immer mehr frühere Zivildienstleistende widerrufen ihre Kriegsdienstverweigerung. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022 stieg die Zahl der Widerrufserklärungen von 487 im Jahr 2022 auf 781 im vergangenen Jahr. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres haben bereits 357 weitere Bürger ihren Widerruf erklärt. Diese Personen werden neu in den Datenbestand der 18- bis 60-jährigen Wehrpflichtigen aufgenommen und können sich in Reserveübungen zum Soldaten ausbilden lassen. Danach können sie im Heimatschutz eingesetzt werden.
Autor: dts Nachrichtenagentur