Die Zahl der Straftaten im Landkreis Unterallgäu ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Bei einem Sicherheitsgespräch zwischen dem Landratsamt und der Polizei am 7. Mai wurde eine positive Entwicklung der Kriminalitäts- und Sicherheitslage vorgestellt. Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten ging um 5,2 Prozent auf 3.848 Fälle zurück.
An dem jährlichen Austausch nahmen neben Landrat Alex Eder und Polizeivizepräsident Michael Haber auch Vertreter der Polizeiinspektionen Memmingen, Mindelheim und Bad Wörishofen sowie der Kriminalpolizeiinspektion und der Grenzpolizeiinspektion Memmingen teil. Seitens des Landratsamts waren die zuständigen Abteilungs- und Sachgebietsleitungen eingebunden.
Besonders deutlich fiel der Rückgang beim Wohnungseinbruchdiebstahl aus: Die Fallzahlen reduzierten sich von 2024 auf 2025 nahezu um die Hälfte. Auch in den Bereichen Straßenkriminalität, Gewaltkriminalität sowie bei allgemeinen Diebstahlsdelikten waren spürbare Rückgänge zu verzeichnen. Damit setzt sich die positive Entwicklung im Zehn-Jahres-Vergleich fort.
Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung war 2024 ein Höchststand erreicht worden. Im Jahr 2025 gingen die Fallzahlen erfreulicherweise um 15,2 Prozent zurück. Im Bereich des sogenannten Callcenterbetrugs verringerte sich der entstandene Vermögensschaden von rund 342.000 Euro auf etwa 283.000 Euro. Gleichzeitig stiegen jedoch sowohl die Fallzahlen als auch die aus Tätersicht erfolgreichen Taten im Jahresvergleich an.
„Weniger Kriminalität und ein deutlicher Rückgang bei Verkehrsunfällen mit schwerverletzten und getöteten Menschen kennzeichnen die gute Sicherheitslage im Landkreis Unterallgäu im vergangenen Jahr“, erklärte Polizeivizepräsident Haber.
Die Aufklärungsquote sank im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozentpunkte auf 68 Prozent. Damit liegt sie weiterhin über dem bayernweiten Durchschnitt von 66 Prozent. Rechnerisch werden somit im Landkreis Unterallgäu mehr als zwei von drei Straftaten aufgeklärt. Die Häufigkeitszahl – also die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohner – verringerte sich von 2.672 im Jahr 2024 auf 2.613 im Jahr 2025.
Im Bereich der Verkehrssicherheit stieg die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Unterallgäu von 3.776 im Jahr 2024 auf 3.928 im Jahr 2025 an. Hauptursachen waren insbesondere eine nicht angepasste Geschwindigkeit sowie die Missachtung des Sicherheitsabstands.
Positiv entwickelte sich hingegen die Zahl der schweren Verkehrsunfälle: Die Anzahl der Schwerverletzten sank um 24,5 Prozent von 159 auf 120 Personen. Auch die Zahl der Verkehrstoten ging deutlich zurück – von neun auf fünf Personen und damit um mehr als 44 Prozent.
„Sicherheit ist für uns eine gemeinsame Daueraufgabe – deshalb setzen wir weiterhin auf die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit von Landratsamt und Polizei“, betonte Landrat Alex Eder. Alle Beteiligten bewerteten das Sicherheitsgespräch als zielführend und wichtig für die weitere Zusammenarbeit.