Am Sonntagmittag nahmen Bundespolizisten im Hauptbahnhof Hannover ein lettisches Paar fest, das zunächst ohne Fahrkarte von Berlin angereist war und wenig später beim Diebstahl in einem Supermarkt erwischt wurde. Die 35-jährige Frau und der 36-jährige Mann wurden noch am selben Tag vor Gericht gestellt und zu Geldstrafen verurteilt.
Das Paar fiel erstmals während der Fahrt des ICE von Berlin nach Hannover auf. Bei der Fahrkartenkontrolle konnten beide dem Zugbegleiter weder eine Fahrkarte noch Identitätsdokumente vorzeigen. Die Bundespolizisten nahmen sie auf dem Bahnsteig in Empfang und überprüften ihre Personalien auf der Dienststelle.
Dabei stellte sich heraus, dass mehrere Staatsanwaltschaften in Deutschland über eine Aufenthaltsermittlung nach dem Paar fahndeten. Beide sind ohne festen Wohnsitz. Die Polizei leitete ein Strafverfahren wegen des Erschleichens von Leistungen ein und entließ das Paar nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen.
Etwa eine Stunde später riefen Mitarbeiter eines Lebensmittelmarktes im Hauptbahnhof die Bundespolizei wegen eines Diebstahls. Das bekannte lettische Paar hatte dort verschiedene Waren im Gesamtwert von 29 Euro gestohlen und war aus dem Laden geflüchtet. Die Bundespolizisten nahmen beide kurz nach Verlassen des Geschäfts fest.
In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Hannover wurden die beiden Letten im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens in Polizeigewahrsam gebracht und am folgenden Tag dem Richter vorgeführt. Das Gericht verurteilte den 36-Jährigen zu 60 Tagessätzen à 10 Euro, seine 35-jährige Begleiterin zu 50 Tagessätzen à 10 Euro. Nach der Verhandlung kamen beide auf freien Fuß.