Im Landkreis Lindau ist die Zahl der erfassten Straftaten im Jahr 2025 um 1,8 Prozent auf 3.149 Fälle gestiegen. Gleichzeitig erreichte die Polizei eine Aufklärungsquote von 72,1 Prozent – deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von 66 Prozent. Das geht aus dem jährlichen Sicherheitsgespräch zwischen Landratsamt und Polizei hervor, das am 20. April im Landratsamt Lindau stattfand.
An dem Austausch nahmen neben Landrat Elmar Stegmann und Polizeivizepräsident Michael Haber auch Vertreter der Polizeiinspektionen Lindau und Lindenberg, der Grenzpolizeiinspektion Lindau sowie der Kriminalpolizeistation Lindau teil. Seitens des Landratsamts waren die zuständigen Amts- und Abteilungsleiter eingebunden. Zudem war der Leiter der Bundespolizeiinspektion Kempten vertreten.
Polizeivizepräsident Haber stellte gemeinsam mit den Dienststellenleitern auf Grundlage der Polizeilichen Kriminalstatistik die aktuelle Sicherheitslage vor. Die bereinigte Häufigkeitszahl stieg von 3.698 im Jahr 2024 auf 3.821 im Jahr 2025. Diese Zahl beschreibt die polizeilich registrierten Straftaten je 100.000 Einwohner und gilt als Indikator für die durch Kriminalität verursachte Gefährdung.
Die Rauschgiftkriminalität ging erwartungsgemäß erneut zurück. Grund ist insbesondere der Wegfall allgemeiner Verstöße im Zusammenhang mit Cannabis infolge des zum 1. April 2024 in Kraft getretenen Konsumcannabisgesetzes. Gleichzeitig stieg die Zahl der Autofahrer unter Drogeneinfluss um knapp 90 Prozent.
Bei den Wohnungseinbruchdiebstählen war ein Anstieg zu verzeichnen. Eine positive Entwicklung zeigte sich hingegen beim sogenannten Callcenterbetrug. Während der Beuteschaden im Jahr 2024 noch bei über 187.000 Euro lag, konnten Täter im Landkreis Lindau im Jahr 2025 lediglich rund 23.000 Euro erlangen. Die Zahl der erfolgreichen Fälle ging um rund 30 Prozent zurück.
Auch die Verkehrsunfallzahl stieg im Jahresvergleich leicht von 2.098 auf 2.125. Die Zahlen der Alkohol- und Drogenunfälle erhöhten sich jeweils um mehr als 60 Prozent. Die Zahl verletzter Pedelec-Fahrer ging hingegen erfreulicherweise – entgegen dem präsidiumsweiten Trend – leicht von 109 auf 106 Personen zurück.
„Der Landkreis Lindau ist vergleichsweise sicher, trotz eines leichten Anstiegs der Straftaten im Jahr 2025“, erklärte Polizeivizepräsident Michael Haber. „Besonders die deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt liegende Aufklärungsquote belegt das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Polizei, eine professionelle Polizeiarbeit und die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Sicherheitsbehörden.“
Landrat Elmar Stegmann würdigte die Entwicklungen: „Die hervorragende Aufklärungsquote von über 72 Prozent ist kein Zufallsprodukt, sondern das direkte Ergebnis des unermüdlichen und hochprofessionellen Einsatzes unserer Polizei.“ Er dankte allen beteiligten Dienststellen der Landespolizei sowie der Bundespolizei für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Alle Beteiligten bewerteten das Sicherheitsgespräch als zielführend und bedeutsam.