Lindau: Kriminalität steigt um 4,8 Prozent – Aufklärungsquote über Bayernschnitt

(Symbolbild)

Die Zahl der Straftaten in Lindau am Bodensee ist im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent auf 1.825 Fälle gestiegen. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die am 20. April beim jährlichen Sicherheitsgespräch zwischen Stadt und Polizeipräsidium Schwaben Süd/West vorgestellt wurde.

Trotz des Anstiegs liegt die Aufklärungsquote mit 71,7 Prozent deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt von 66 Prozent. „Mehr als zwei von drei Straftaten werden in Lindau aufgeklärt“, erklärte Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner. Die bereinigte Häufigkeitszahl – ein Vergleichswert für Straftaten je 100.000 Einwohner – stieg von 6.660 auf 7.061.

Bei der Rauschgiftkriminalität gab es erwartungsgemäß einen deutlichen Rückgang. Grund ist das Konsumcannabisgesetz, das am 1. April 2024 in Kraft trat und allgemeine Cannabis-Verstöße wegfallen ließ. Parallel dazu nahm die Polizei 83 Prozent mehr Autofahrer unter Drogeneinfluss fest.

Beim sogenannten Callcenterbetrug verbuchte die Polizei einen Erfolg: Der Beuteschaden sank von über 160.000 Euro im Jahr 2024 auf nur noch rund 10.000 Euro im Jahr 2025. Die Zahl der erfolgreichen Betrügereien halbierte sich entsprechend.

Im Verkehrsbereich sank die Gesamtzahl der Unfälle von 913 auf 874. Allerdings stieg die Zahl der Schwerverletzten um 82,35 Prozent von 17 auf 31 Personen. Hauptunfallursachen waren eine nicht angepasste Geschwindigkeit und die Missachtung des Sicherheitsabstands. Erfreulich: Die Zahl verletzter Pedelec-Fahrer ging um 11,32 Prozent von 53 auf 47 Personen zurück.

„Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lindau sowie die zahlreichen Gäste können sich weiterhin auf ein hohes Maß an Sicherheit verlassen“, betonte Polizeipräsidentin Strößner. Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons dankte den Polizistinnen und Polizisten für ihren „engagierten und unermüdlichen Einsatz“.

An dem Sicherheitsgespräch in der Stadtverwaltung nahmen neben den beiden Behördenleiterinnen auch Vertreter der örtlichen Polizeiinspektionen, der Grenzpolizeiinspektion, der Kriminalpolizeistation sowie der Bundespolizeiinspektion Kempten teil. Seitens der Stadt waren die zuständigen Amts- und Abteilungsleitungen eingebunden.

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