Lübeck: 19-Jähriger rast mit 72 km/h durch 30er-Zone vor Schule – 14-Jähriger fährt manipulierten E-Scooter

(Symbolbild)

Bei Geschwindigkeitskontrollen im Steinrader Damm in Lübeck haben Polizisten am Donnerstagnachmittag 32 Verkehrsverstöße in nur zwei Stunden festgestellt. Der gravierendste Fall: Ein 19-jähriger Lübecker fuhr mit 72 km/h durch die 30er-Zone im Bereich eines Schulwegs – mehr als doppelt so schnell wie erlaubt.

Die Beamten des 2. Polizeireviers kontrollierten zwischen 14 und 16 Uhr im Steinrader Damm/Schönböckener Hauptstraße, wo wegen der Nähe zu einer Schule Tempo 30 gilt. 19 Autofahrer waren bis zu 15 km/h zu schnell unterwegs und bekommen ein Verwarngeld. Zehn weitere fuhren 16 bis 20 km/h zu schnell und müssen ein Bußgeld zahlen. Zwei Fahrer überschritten das Tempolimit um 21 bis 30 km/h – sie erhalten neben dem Bußgeld auch einen Punkt in Flensburg.

Der 19-Jährige, der noch in der Probezeit ist, muss mit den schwersten Konsequenzen rechnen: Neben dem Bußgeld bekommt er zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot, weil er die Geschwindigkeit um 41 bis 50 km/h überschritten hat.

Kurz vor Ende der Kontrolle sorgte ein 14-jähriger E-Scooter-Fahrer für weitere Aufregung. Der Jugendliche fuhr mit einer Sturmhaube vermummt auf dem Radweg an den Polizisten vorbei – deutlich schneller als die erlaubten 20 km/h. Als die Beamten ihn anhalten wollten, ignorierte er die Aufforderung und fuhr weiter. Nach kurzer Verfolgung konnten die Polizisten ihn in der Schönböckener Hauptstraße stoppen.

Bei der Kontrolle stellte sich heraus: Die Software des E-Rollers war manipuliert worden, sodass er bis zu 45 km/h schnell fahren konnte. Außerdem war keine gültige Versicherungsplakette angebracht. Stattdessen hatte der 14-Jährige eine Plakette aus dem Jahr 2026 aufgeklebt, die von einem Mietroller gestohlen worden war. In seinen Taschen fanden die Polizisten weitere gestohlene Versicherungsaufkleber von Mietrollern.

Gegen den Jugendlichen laufen nun mehrere Ermittlungsverfahren: wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz, Diebstahls und Kennzeichenmissbrauchs. Auch die Vermummung und das Fahren auf dem Gehweg während der Flucht haben rechtliche Konsequenzen. Der manipulierte E-Roller wurde sichergestellt.

Die meisten kontrollierten Verkehrsteilnehmer zeigten sich einsichtig und bedankten sich teilweise trotz der zu erwartenden Strafen bei den Polizisten. Auch Passanten, die mit ihren Kindern unterwegs waren, begrüßten die Kontrollen. Die Polizei betont, dass Kinder Geschwindigkeiten und Entfernungen noch nicht wie Erwachsene einschätzen können und deshalb besonderen Schutz brauchen.

» Weitere Polizeimeldungen