Marl: Seniorin fällt auf perfiden Schockanruf herein – Betrüger erbeuten Wertsachen

Eine Seniorin aus Marl ist Opfer eines sogenannten Schockanrufs geworden. Die unbekannten Betrüger erbeuteten Bargeld, Goldmünzen, Diamanten und Schmuck. Die Polizei fahndet nach dem Abholer und warnt vor dieser Masche.

Am Freitag gegen Mittag erreichte ein Anruf die Frau. Die Betrüger gaben sich als Polizeibeamte oder Vertreter der Justiz aus und behaupteten, ihr Sohn habe bei einem Verkehrsunfall einen Menschen überfahren. Um eine angeblich drohende Haft abzuwenden, müsse eine hohe Kaution bezahlt werden. Die Täter bauten gezielt enormen emotionalen Druck auf und vermittelten der Seniorin den Eindruck, sie könne ihrem Sohn nur durch sofortiges Handeln helfen.

Im Verlauf des Gesprächs erklärte die Frau, dass sie Wertsachen zu Hause habe. Etwa eineinhalb Stunden später erschien ein unbekannter Mann an ihrer Wohnanschrift an der Schachstraße und nahm das Bargeld, die Goldmünzen, Diamanten sowie den Schmuck entgegen. Der Seniorin war zuvor am Telefon mitgeteilt worden, dass der Abholer vom Amtsgericht Marl komme.

Der Mann wird wie folgt beschrieben: etwa 35 Jahre alt, etwa 1,85 Meter groß, kräftige Statur, trug eine dunkelblaue Uniform sowie eine Cappy. Während der Übergabe sprach er kein Wort.

Erst später erkannte die Frau, dass sie Opfer eines Betrugs geworden war. Weil sie unter Schock stand, informierte sie erst am Montag die Polizei.

Im Kreis Recklinghausen und in der Stadt Bottrop kommt es aktuell vermehrt zu solchen Betrugsfällen. Neben Schockanrufen setzen die Täter auch auf andere bekannte Maschen wie falsche Polizeibeamte, angebliche Bankmitarbeiter oder den sogenannten Enkeltrick. Die Betrüger gehen dabei äußerst professionell vor, sind rhetorisch geschult, wirken glaubwürdig und setzen ihre Opfer gezielt unter emotionalen Druck. Sie nutzen Angst, Sorge um Angehörige und Zeitdruck aus, sodass Betroffene oft keine Gelegenheit haben, die Situation in Ruhe zu hinterfragen. Grundsätzlich kann jeder Mensch Opfer einer solchen Straftat werden.

Die Polizei appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger: Sprechen Sie mit Eltern, Großeltern, Nachbarn und Freunden über diese Betrugsmaschen. Je mehr Menschen die Vorgehensweise der Täter kennen, desto schwieriger wird es für die Betrüger, Erfolg zu haben.

Wer am Freitag im Bereich der Schachstraße in Marl einen Mann bemerkt hat, auf den die Beschreibung zutrifft, wird gebeten, sich unter Tel. 0800/2361 111 bei der Polizei zu melden. Weitere Informationen zu Betrugsmaschen finden sich auf der Website des Polizeipräsidiums Recklinghausen.

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