Massenansturm auf Ceuta: 60.000 Migranten erreichen spanische Exklave – 34 Tote

via dts Nachrichtenagentur

Die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta erlebt eine beispiellose Migrationskrise: Rund 60.000 Menschen sind in den vergangenen Tagen über die Grenze gelangt, wie Regionalpräsident Juan Jesus Vivas am Freitag mitteilte. Die Bilanz ist tragisch: Die Zahl der Todesopfer bei den Überquerungen ist auf 34 gestiegen, gegenüber zuvor bestätigten 27 Toten.

Spanische Behörden hatten zuvor geschätzt, dass allein in den letzten 24 Stunden etwa 50.000 Migranten die Enklave erreicht haben. Der offenkundige, vorübergehende Zusammenbruch der Grenzsicherung löste international massive Kritik aus. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mahnte Spanien an, die Situation in Ceuta „schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen“. Europäische Staats- und Regierungschefs forderten schnelles Handeln.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez charakterisierte die Ereignisse am Freitag bei einer Pressekonferenz vor Ort scharf als „Angriff“ und Verletzung der spanischen territorialen Integrität. Seine Regierung kündigte an, alle staatlichen Mittel zur Sicherung Ceutas einzusetzen. Seit gestern intensiviert Madrid die Rückführung der illegal eingereisten Migranten. In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden errichtete die Zentralregierung ein temporäres Dokumentationszentrum, um die Rückführungsprozesse zu beschleunigen. Die spanische Guardia Civil plant zudem den Einsatz von Bojen am Wellenbrecher, um eine physische Barriere zu schaffen.

Kritiker machen unter anderem ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs für die Krise verantwortlich. Das Gericht erklärte Pushbacks im Meer für illegal und forderte rechtsstaatliche Verfahren. Migranten, die auf dem Seeweg oder schwimmend spanischen Boden erreichen, haben nun Anspruch auf Einzelfallprüfungen und das Recht auf Rechtsbeistand.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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