In München ereigneten sich am Mittwoch drei schwere Verkehrsunfälle mit Verletzten sowie ein versuchter Einbruch und ein antisemitisch motiviertes Delikt. Bei den Verkehrsunfällen wurden drei Personen schwer verletzt, darunter eine 83-Jährige und ein Kind.
Der schwerste Vorfall ereignete sich gegen 17:05 Uhr in Schwabing: Ein etwa zehnjähriger Junge fuhr mit seinem Fahrrad auf dem Radweg der Infanteriestraße stadteinwärts, als er aufgrund eines Fahrfehlers nach rechts vom Radweg abkam. Er stieß mit dem Vorderrad seines Fahrrads von hinten gegen eine 83-jährige Deutsche, die auf dem angrenzenden Gehweg ging. Die Frau stürzte und schlug mit dem Gesicht auf dem Boden auf, wodurch sie schwere Verletzungen erlitt. Sie wurde vom Rettungsdienst zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der Junge blieb unverletzt.
Eine Zeugin des Unfalls ließ das emotional stark betroffene Kind seine Personalien angeben und schickte es vor Eintreffen der Polizei nach Hause. Die Polizei sucht nun die Eltern des etwa zehnjährigen Fahrradfahrers und bittet diese, sich mit dem Unfallkommando unter 089/6216-3322 in Verbindung zu setzen.
In Moosach kam es gegen 11:25 Uhr zu einem schweren Unfall zwischen einem Kleintransporter und einem Kind: Ein 26-jähriger Kosovare aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck fuhr mit einem Mercedes Kleintransporter auf der Allacher Straße stadtauswärts. Ein 12-jähriger Deutscher wollte mit einem Tretroller die Fahrbahn an einer Ampelanlage auf Höhe Waldhornstraße überqueren – die Ampel zeigte für das Kind rotes Licht. Bei dem Zusammenstoß wurde der 12-Jährige schwer verletzt und musste zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Verkehrspolizei sperrte Teile der Allacher Straße, was zu Verkehrsbehinderungen führte.
Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich gegen 12:05 Uhr in Aschheim: Ein 43-jähriger Pole aus dem Landkreis München wollte mit einem Toyota aus einer Grundstückseinfahrt in die Karl-Hammerschmidt-Straße einbiegen. Dabei missachtete er die Vorfahrt eines 54-jährigen Deutschen, der mit einem dreirädrigen Piaggio Kraftrad in Richtung Riem fuhr. Das Kraftrad stieß frontal gegen die Seite des Autos. Der Kradfahrer wurde schwer verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Es entstand ein Sachschaden von etwa zehntausend Euro. Der Autofahrer wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt.
In Schwabing verhinderte ein aufmerksamer Bewohner gegen 18:55 Uhr einen Einbruch: Er hörte verdächtige Bohrgeräusche aus dem Treppenhaus und entdeckte im vierten Obergeschoss zwei unbekannte Personen, die mit Bohrwerkzeug an einer Wohnungstür arbeiteten. Als er sie ansprach, flohen die beiden sofort. Die alarmierte Polizei leitete eine Großfahndung mit über zehn Streifen ein, bisher ohne Erfolg. Die Kriminalpolizei führte Spurensicherungsarbeiten durch.
Die Täter werden beschrieben als zwei Männer zwischen 30 und 35 Jahren: Der erste etwa 180 cm groß und schlank mit schwarzem Baseballcap und dunkler Oberbekleidung sowie schwarzem Rucksack. Der zweite etwa 170 cm groß mit deutlich sichtbarem Bauch, schwarzem Baseballcap, schwarzer Maske und schwarz-grauem Rucksack. Beide führten möglicherweise Bohrwerkzeug mit sich und sprachen nach Einschätzung des Zeugen eine osteuropäische Sprache.
In Laim ermittelt der Staatsschutz wegen eines antisemitischen Vorfalls: Zwischen dem 27. Mai und 4. Juni besprühte ein unbekannter Täter zwei Türen zu Kellerabteilen eines Mehrfamilienhauses mit weißer Farbe und brachte jeweils einen Davidstern an. Der Schaden beläuft sich auf mehrere hundert Euro. Das Kriminalfachdezernat 4 hat die Ermittlungen übernommen.
Außerdem fiel eine über 80-jährige Österreicherin in Schwabing einem Schockanruf-Betrug zum Opfer: Eine unbekannte Anruferin gab vor, dass die Tochter der Seniorin an Darmkrebs erkrankt sei und schnellstmöglich eine kostenintensive Chemotherapie benötige. Eine Abholerin erschien an der Wohnanschrift und erhielt Schmuck im Wert eines fünfstelligen Eurobetrages. Die etwa 50-jährige, mittelgroße Abholerin wird als kräftig beschrieben. Als die Seniorin den Betrug bemerkte, verständigte sie über Vertrauenspersonen die Polizei.
Die Polizei München warnt vor der immer ähnlichen Vorgehensweise der Betrüger: Sie geben sich als Polizeibeamte, Amtsträger oder Ärzte aus und versuchen ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden zur Übergabe von Vermögenswerten zu bringen. Krankenhäuser, Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte verlangen grundsätzlich niemals Barzahlungen oder schicken Boten zur Geldabholung.