Bundeskanzler Friedrich Merz hat US-Präsident Donald Trump nach dem Nato-Gipfel in Ankara für seine konstruktive Mitarbeit ausdrücklich gelobt. Trump habe „über die gesamte Zeit ausnahmslos an den Beratungen teilgenommen“, sei bis zum Ende im Sitzungssaal geblieben und habe auch den Vertretern kleinerer Nato-Mitgliedstaaten aufmerksam zugehört, betonte Merz vor Journalisten.
Besonders überrascht war der CDU-Kanzler von Trumps Schlusswort zum Gipfel. Der US-Präsident sprach von einem „Feeling of love in the air“. Dieser Satz habe ihn „persönlich etwas überrascht, aber auch sehr gefreut“, sagte Merz. Angesichts der schwierigen Ausgangslage des Treffens sei dies ein versöhnlicher Abschluss gewesen.
Merz zog insgesamt eine positive Bilanz des Nato-Gipfels. Die Allianz sei „europäischer denn je“, bleibe zugleich aber „transatlantisch fest verankert“. Das Ziel bestehe darin, die Lasten innerhalb der Allianz gerechter zu verteilen und die Nato insgesamt zu stärken. Europa übernehme künftig mehr Verantwortung für die eigene Verteidigung, ohne das Bündnis mit den USA zu schwächen.
Auch auf Trumps öffentliche Kritik an einzelnen Bündnispartnern ging Merz ein. Der US-Präsident habe die Anstrengungen Spaniens in den Beratungen ausdrücklich anerkannt. Zwar spreche Trump öffentlich bisweilen schärfer, in den Sitzungen habe er die gestiegenen Verteidigungsausgaben der europäischen Partner jedoch mehrfach gewürdigt.
Der Bundeskanzler verteidigte zudem den wachsenden europäischen Beitrag zur Verteidigung. Die Zeit, in der Europa von den Sicherheitsleistungen der USA profitiert habe, ohne selbst ausreichend beizutragen, sei vorbei. „Die Trittbrettfahrerei der Europäer ist jetzt halt zu Ende“, sagte Merz. Europa erhöhe seine Verteidigungsanstrengungen nicht, um den USA einen Gefallen zu tun, sondern aus eigenem Sicherheitsinteresse heraus.
Autor: dts Nachrichtenagentur